MrChrisHacker

Sonntag, 31. Januar 2021

Was ist dieses mir-egal-Geld?

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"Are you behind, on your credit card bills? Good. Pick up the phone and start dialing. Is your landlord ready to evict you? Good. Pick up the phone and start dialing. Does your girlfriend think you’re a fucking loser? Good. Pick up the phone and start dialing! I want you to deal with your problems, by becoming rich!" - Leonardo DiCaprio | The Wolf of Wall Street  

Wir wollen uns natürlich von Wertpapierbetrug und Geldwäsche fernhalten und ich persönlich stelle mir keinen schlimmeren Job vor, als per Cold Calls unbekannten Leuten Aktien (oder sonst irgendetwas) verkaufen zu müssen. Aber Leo sagt mit seiner Ansprache an sein Börsenmaklerteam in seiner Rolle als Jordan Belfort in 'The Wold of Wall Street' im Kern schon genau das richtige: "Deal with your problems by becoming rich" ist im Prinzip das was ich mit mir-egal-Geld meine, nur mit der Abwandlung, dass für meine Definition keine Millionen notwendig sind - es reichen die klassischen 3 netto Monatsgehälter. 

Multimillionäre mit Mitte 20 sind sicherlich auch die wenigstens von uns aber unserer erstes Ziel in Sachen Vermögensaufbau sollte sein, so viel Geld auf die Seite zu legen, dass uns so mache Vorkommnisse und Situationen in die wir geraten können, einfach egal sind. Wir hoffen natürlich alle, dass unsere Lebenspartner nicht denken wir seien wertlose Loser und von Kreditkartenschulden halten wir selbstverständlich auch so weit entfernt wie möglich, aber - um die klassischen Beispiele eines jeden Versicherungsvertreters/Vermögensberaters zu verwenden - Wenn die Waschmaschine oder das Auto kaputt gehen, ein Wasserschaden in der Wohnung deine halbe Einrichtung zerstört oder dein Chef keinen Bock mehr auf dich hat (oder eher andersrum), kannst du mit dem nötigen finanziellen Polster simple "mir egal" sagen und dich weiter um die wichtigen Sachen im Leben kümmern.

Dieses mir-egal Geld sammelst du am besten, möglichst liquide, auf einem Tagesgeldkonto außerhalb deiner alltäglichen Zahlungsströme. Investitionen wie Aktien, ETFs, Festgeld etc. zählen nicht dazu. Das Geld wird dann zwar keine wirkliche Rendite erwirtschaften, es hat aber eine ganz andere Rendite.

Das mir-egal-Geld steht symbolisch für den kurzfristigen Nutzen eines langfristigen Vermögenaufbaus. Wir sparen nicht nur für später und auch das Argument "was will ich mit der ganzen Kohle wenn ich 100 Jahre alt bin" zieht nicht, denn diese finanzielle Freiheit, der Selenfrieden wenn unvorhersehbar eine kleine Katastrophe passiert, steigert sofort und jetzt deine Lebensqualität. Wenn du skeptisch bist, erreiche mal das nach Adam Riese berechnete Sicherheitspolster von 3 netto Monatsgehälter und schaue was passiert.

Zum Beispiel, du findest dich in einem Bewerbungsgespräch wieder, alles läuft perfekt, der Arbeitsvertrag soll erstellt werde und es kommt die Frage "wann können Sie bei uns anfangen?" Jetzt fällt dir dein mir-egal-Geld ein, nur jetzt sagst du eben nicht mir egal, sondern "Ah, Kündigungsfrist im alten Job sind 3 Monate.. Wird also September." Eigentlich sind es nur 4 Wochen und BOOM hast du dir 2 freie Monate im Sommer "mir-egalert" (neue Wortschöpfung). Bist du aber in der Situation, dass du auf jedes Monatseinkommen angewiesen bist, wirst du gezwungen sein, den neuen Job ohne verdiente Pause anzunehmen.. scheiß Situation.

Anderes Beispiel, der Arbeitgeber einer Freundin teilte ihr mit, dass er sie leider feuern muss.. Blöd gelaufen. Wie in der Finanzbranche üblich, wurde sie mit sofortiger Wirkung freigestellt - Für 3 Monate - Unter vollen Bezügen! Was ein Traum, 3 Monate bezahlter Urlaub.. jeder normale Mensch, ohne familiäre oder sonstige Pflichten, würde sofort den Koffer packen und ab zum Flughafen fahren. Leider hat die betroffene Person ihren Dispo ausgereizt und auch sonst kein Geld verfügbar, um kurzfristig eine Reise zu buchen oder für sonst etwas groß Geld auszugeben. Wäre das mir-egal-Geld Konto mit nur €3k gefüllt, hätte der Flug und das Hotel sofort bezahlt werden können.

Die Erkenntnis aus den Beispielen soll sein: Wir wollen uns auf schlimme Situationen vorbereite, um nicht bei jedem kleinen Mist vor die Hunde zu gehen. Es geht aber mindestens genauso darum, mit dem nötigen mir-egal-Geld auf der Bank, Möglichkeiten wahrnehmen zu können, die sich unvorhergesehen ergeben. Wir können unserem Chef sagen, dass wir mit der Situation nicht zufrieden sind, wir können Jobs ablehnen, die nicht unseren Werten entsprechen, können die Finger von teuren Überbrückungs- und Dispokrediten lassen und freie Zeit ausnutzen, ohne auf finanzielle Unterstützung angewiesen zu sein. 

Und wie bereits erwähnt, bei mir-egal-Geld geht es nicht um den maximalen Reichtum, es geht nicht um die ultimative finanzielle Unabhängigkeit, um nie wieder arbeiten zu müssen, denn dafür sind etwas mehr als die Anfangs erwähnten 3 netto Monatsgehälter nötig. Vielmehr versuchen wir uns von einer finanziellen Abhängigkeit zu lösen. Es gibt die Theorie, dass der einzige legale Weg, um in der heutigen Zeit einen Menschen besitzen zu können, durch die Abhängigkeit von Geld erreicht wird. Und das ergibt Sinn, sind wir finanziell mit unseren Autofinanzierungen, Hypotheken, Mitgliedsbeiträgen und anderen Verträgen so abhängig von einem monatlichen Gehalt und dass es auch ja pünktlich auf dem Konto ist weil sonst alle Daueraufträge ins leere greifen, sind wir im Prinzip nicht besser dran als jeder Drogenabhängige.. Firmen freut das natürlich, da Menschen in solch einer Abhängigkeit einiges über sich ergehen lassen (müssen).

Also, schließen wir den Beitrag mit der Vereinbarung, dass wir uns alle das nötige mir-egal-Geld auf unser Bankkonto legen und zwar noch bevor wir irgendwelche anderen Investmententscheidungen treffen. Wir nutzen dabei die 3 netto Monatsgehälter Regel und freuen uns über ein Stückchen mehr Freiheit und einer gesteigerten mir egal Mentalität.

Donnerstag, 28. Januar 2021

Wiederbelebung und Neuausrichtung des Blogs

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Disclaimer: Persönlicher Post ohne Tipps und Fachwissen! Aber vielleicht inspirierend oder mit Wiedererkennungswert.

"Ave Caesar, morituri te salutant. " Sollen der Legende nach die Gladiatoren beim Betreten der Arena zu Begrüßung gesagt haben. "Heil dir, Cäsar, die Todgeweihten grüßen dich" nur, dass Cäsar für dich als Leser und irgendwie auch für mich als Schreiber steht, und der Todgeweihte ist dieser Blog.. 2021 soll also das Jahr sein in dem der Blog wiederbelebt und neben dem Thema Reisen auch etwas erweitert werden soll.

Was zur Hölle ist passiert.. 2015 war das große Jahr der Weltreise, die ich voller Motivation einen Reiseblog zu führen, gestartet habe. Es lief zuerst auch ganz gut und die Sache hat angefangen Spaß zu machen. Ich habe hierzu im letzten Jahr schon einen Artikel geschrieben und will daher an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen. Kurz zusammengefasst kann ich aber sagen, dass der Spaß am Reisen den Spaß am Blogschreiben überstieg und da der eigentliche Sinn der Weltreise das Entkommen des Alltagtrotts war, wollte ich mir mit einem Blog nicht schon die nächste Verpflichtung ans Bein kleben. Ziemlich easy eigentlich und wie immer eine Frage der Prioritäten.

Auch hat sich der Fokus meiner Reise ziemlich verändert.. von möglichst lange zu möglichst intensiv unterwegs sein. Möglichst lange = möglichst billig und möglichst intensiv bedeutet, dass man keine mies bezahlte Arbeit annimmt, sondern einfach das beste aus der Zeit macht aber dabei sicherlich etwas mehr Geld ausgibt.

Die Reise war also schneller vorbei als ursprünglich gedacht - naja, es waren immerhin fast 6 Monate - aber es machte für mich mehr Sinn, nach meiner Rückkehr nach Deutschland, einen gut bezahlten Job anzunehmen, als in Hostels der Welt für kostenlos schlafen und essen zu arbeiten oder in Australien der billige Leiharbeiter zu sein. Nicht falsch verstehen, ich habe absolutes Verständnis und größten Respekt dafür, wenn das für andere das Ding ist und sie es dadurch schaffen über ein Jahr und noch länger unterwegs zu sein. Ich hatte zu der Zeit einfach ein anderes Mindset und war ready karrieremäßig durchzustarten.

Noch während meiner Reise habe ich also Kontakt zu meinem ehemaligen Arbeitgeber aufgenommen. Übrigens die Firma, der ich vor Abreise ein Korb zu einem Jobangebot gegeben habe. Zu meinem Glück waren sie nicht allzu beleidigt und konnte, noch während ich in Vietnam die Selee baumeln lies, den Job sichern. Eine große Sorge weniger und die letzten Wochen der Reise konnte ich umso besser genießen!

Dann zurück in Deutschland, Ende September, der Sommer war vorbei.. Da saß ich also wieder.. nach monatelangem Tragen von Adiletten und kurzen Hosen waren schwarze Businessschuhe und Anzug angesagt. Eine Krawatte hat sich nie komischer angefühlt! Die lockeren Menschen aus den Hostels dieser Welt wurden durch nette aber um ein vielfaches steifere Kollegen ersetzt und der Tagesablauf war mit einem Schlag bis zur letzten Stunde strukturiert und verplant. BOOM die Depression war zum Greifen nah und habe ich die Entscheidung die Reise schneller zu durchlaufen bereut? Hölle ja!

Große Rettung nahte dann auf der ersten Geschäftsreise. Ich durfte eine Woche nach Prag um bei einem Kunden vor Ort zu arbeiten. Zurück kam ich mit einer neuen Bekanntschaft, aus der sich schnell eine Fernbeziehung ergab und bis heute sogar meine Verlobte! Es war wirklich die Rettung, denn ab sofort war ich wieder auf der Straße. Zwar nur an den Wochenenden aber der Reisekick blieb erhalten und es lief insgesamt wirklich gut.

Heute, 5 1/2 Jahre später schaue ich also zurück auf große Karriereschritte, den Kauf einer Immobilie, eine wundervolle Beziehung (2021 wird geheiratet!). Und Reisen? Ja die gab es auch. Irgendwie immer auf die 30 Jahre Urlaubsanspruch reduziert aber dadurch nicht weniger abenteuerlich.

Was ist also aus dem, nach Freiheit strebenden, Mitte 20jährigen geworden? Jetzt mit Anfang 30 hat er ja doch den Corporate Job angenommen, sich eine Hypothek an den Fuß gefesselt und eh kommen nach der Hochzeit 10 Kinder und das war's mit dem frei sein und Urlaub gibt's dann im Schwarzwald und an der Ostsee.

Durchaus berechtigte Gedanken - nutzen wir sie als Überleitung zu der Neuausrichtung und dem Grund des Wiederbelebens des todgeglaubten Blogs. 

Der Wunsch nach dieser Freiheit, die ich während meiner Weltreise gefühlt habe, ist nie wirklich untergegangen. Ganz im Gegenteil, er ist größer als je zuvor. Die große Frage war aber wie ich mir mein Leben vorstelle. Was habe ich für Anforderungen, Träume und wie bekomme ich das alles finanziert.

Ich habe mich ganz klar nicht als digitaler Nomade gesehen, der durch einen Reiseblog, YouTube Videos oder Grafikdesign Freelancer Jobs durchstartet. Für mich entstand bei dem Lebensentwurf immer der Konflikt, wie ich das dem Mitte 30jährigen Chris erklären soll, der sich eine Familie und ein behütetes Nest für den Nachwuchs wünscht.

Also nochmal einen Schritt zurück, zu dem Moment, in dem ich in Frankfurt von meinem Schreibtisch aus dem Hochhaus schaute und mir auf Repeat das Lied "The End" von The Doors durch den Kopf ging "The end of our elaborate plans, the end of ev'rything that stands" und ich meine Entscheidung bereute, die Reise abgebrochen zu haben. Der Konflikt war klar - entweder du bist maximal frei oder du verdienst maximal Geld, etwas dazwischen gibt es nicht. Klassisches schwarzweiß Sehen eben. 

Es sollte also 2 Jahre dauern bis ich endlich kapierte, dass das doch vereinbar ist und überhaupt kein Konflikt sein muss. Wieso nutze ich nicht die Chance auf eine Karriere und dem damit verbundenen plus an Einkommen um Schritt für Schritt die Freiheit zu erlangen, die man sich als Mitte 20jähriger Weltreisender so sehr wünscht. 

Und das ist sie also, die Neuausrichtung meines Blogs. Der Reisen Part bleibt (Stand Jan. 2020 habe ich ca. 200 Reiseberichte nachzuholen) und neu wird der Teil Geld aka Vermögensaufbau.

Es folgen also weiterhin viele Reiseberichte und Fotos inkl. Tipps usw. und die Neuerung euch mit vielen Posts an meinen Experimenten zum Vermögensaufbau teilhaben zu lassen. Immer mit dem Ziel meine Einkommenströme Schritt für Schritt passiver zu gestalten und ein Maximum an finanzieller Freiheit zu erreichen.

Dienstag, 15. September 2020

Warum ist es so schwer einen Blog während dem Reisen zu führen?

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 5 Jahre ist meine Weltreise nun her und dieser Blog ist in der Zwischenzeit ziemlich eingeschlafen.. 

Warum und was ist passiert?

Schreiben während des Reisen erfordert viel mehr Disziplin und Zeitmanagement als man das wohl meinen will! Klingt komisch denn gerade dann sollte man doch ausreichen Zeit haben. Immerhin geht man keiner regelmäßigen Arbeit nach und hat 100% Freizeit die man sich frei einteilen kann.

Denkste, denn so ein Blog meines Kalibers, also nicht Einkommengenerierend und daher einfach Hobby, trägt nichts zum Reisebudget bei. Sprich man lebt weiterhin von seinem Ersparten und muss daher das Budget im Auge behalten. Es bleibt also bei dem Hostelzimmer Größenklasse ab 16 Betten aufwärts und damit teilt man sein Arbeitszimmer immer mit mindestens 5 anderen Reisenden. Es sei denn man sperrt sich auf der Toilette ein.. 

Aber darum geht es ja beim Reisen irgendwie auch. Also um Socializing mit anderen. Es stehen also immer die Optionen im Raum sich um das neue Hobby des Blogschreibens zu kümmern oder eben zu vermeiden, dass man den Anschluss an die Hostel Gemeinschaft verliert und ein trauriges und einsames Travelerleben führt. Ganz so dramatisch ist es nicht aber wenn man im Gemeinschaftsraum des Hostel sitzt und andere Reisende Pläne für den Tag schmieden will mal sich einbringen um teilhaben zu können. Auch wenn coole Gespräche geführt werden konzentriert man sich nicht wirklich auf die "Arbeit".

Und ganz ehrlich, wenn ich täglich Zeit alleine vor dem Laptop verbringen wollte, um konzentriert Arbeiten zu können, hätte ich auch in meinem Job bleiben und weiterhin gutes Geld verdienen können. Man muss ja auch verstehen, dass es mit dem Schreiben eines Beitrages nicht getan ist. Es sollen Bilder ausgesucht und am besten noch bearbeitet werden, Networking um den Blog zu vermarkten und richtig krasse produzieren noch Videos/Podcasts/E-Books etc. Das kann schnell ein Teil- oder Vollzeit Job werden.

Aber klar, es geht immer um Prioritäten setzten.. Immerhin gibt es ausreichend Reisende die es schaffen einen Blog zu pflegen und aus diesem dann irgendwann sogar Geld zu generieren, was die Reise verlängert. Ich bin aber stark der Meinung, dass man das meiste aus dem Moment machen sollte. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich auf Instagram, Facebook und Co. verzichte. Es lenkt zu sehr von dem Moment ab (lese dazu aber mehr in meinem Beitrag warum ich Social Media nicht so social finde).

Der Ansatz gilt aber sowohl für mein Reisen als auch den Blog. Ich will nicht täglich Beiträge uploaden um den Blog unnötig und mit unwichtigem aufzublähen, nur um mehr Klicks zu bekommen. Ich will lieber wenige dafür aber interessante und relevante Beiträge veröffentlichen. Beiträge mit Potenzial um anderen wirklich helfen zu können oder Inspiration zu liefern (wenn ich noch einen "TOP 10 Strände in Portugal" oder "Most Essential Gear" Beitrag lese kotze ich).

Warum ich also mit regelmäßigen Reiseupdates aufgehört habe liegt schlicht an der Entscheidung die Reise maximal auszunutzen und (maximal egoistisch) zu genießen. Ich werde die Beiträge über die Erfahrungen der Reise in jedem Fall noch nachholen allerdings wird das in Zukunft immer nach Abschluss der Reisen und nicht währenddessen erfolgen.

Außerdem wurde der Blog ja um den Teil "Finanzen" erweitert. Auf den Part wird jetzt erstmal der Fokus gelegt weil mein persönliches Ziel der finanziellen Unabhängigkeit momentan überwiegt. "Auch weil Corona ein Arschloch ist und alle Reisepläne vermiest! 

Das war es mit der Rechtfertigung, warum der Reiseblog während der Weltreise abriss. Evtl. weniger eine Rechtfertigung als ein Denkanstoß - Aber klar, man muss auch hochachtungsvoll anerkennen, wenn jemand mit einer unfassbaren Motivation jede Minute seines Daseins dokumentiert. Und ja, wenn man mit dem Blog Geld verdienen will, stimmt der Satz, dass Blog schreiben ein Marathon ist und kein Sprint. Aber wer sagt denn, dass man den Marathon in Weltrekordzeit laufen muss.

Ich appelliere also an eine gewissen Entspanntheit den Sonnenaufgang einfach mal mit eigenen Augen als durch den Kamera/Handy Bildschirm anzusehen. Die Weltbevölkerung wird es dir verzeihen!

Sonntag, 11. Oktober 2015

Reisebericht #17: Das graue Lima und goodbye South America

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Lima, mit 7 Millionen Einwohnern die größte Stadt Perus und somit befinden wir uns wieder mitten im Chaos eine Großstadt. Das ist wohl etwas, was wir auf der Reise bis jetzt am besten gelernt haben: Lieber ist uns die Natur Südamerikas als die großen Städte. Wer jetzt einen ausführlichen Bericht über die Sehenswürdigkeiten von Lima erwartet den muss ich leider enttäuschen. Lima ist die Stadt des großen Abschiedes von meinem Reisepartner und von Südamerika, die Stimmung ist also eine Mischung aus Aufregung auf das was kommt und leichte Traurigkeit, dass die Zeit dann doch recht schnell rumgegangen ist. Außerdem muss ich noch einiges planen für meinen Roadtrip in Californien. Unsere Zeit in Lima verbringen wir also mit essen, trinken und reden.
Limas "Strände" - ja, ok.
Weil die Stadt eben so riesig ist, gilt es für die Buchung einer Unterkunft erst wieder zu checken, wo man sich in der Stadt aufhalten will bzw. man will ja nicht zu weit ab vom Schuss sein und das Zentrum am besten zu Fuß erreichen. Wenn man sich auf Hostelworld etc. umschaut stellt man aber schnell fest: Die meisten Hostels haben sich in dem Stadtteil Miraflores niedergelassen. Also haben auch wir uns dort ein Hostel ausgesucht, auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Vom Busbahnhof sind es keine 10 Minuten mit dem Taxi und auch ansonsten scheint der Stadtteil recht entspannt zu sein.
Lima in der Nacht
Was du auf jeden Fall tun solltest während du in Lima bist: Ceviche essen und zwar mehrmals bis täglich. Ernsthaft, so gutes Ceviche wie in Lima wirst du nicht wieder bekommen. Wem das gerade nichts sagt, Ceviche ist klein geschnittener Fisch und/oder Meeresfrüchte, die in Limettensaft mariniert werden. Durch die Säure des Saftes wird der Fisch gegart. Ziemlich geil..

Ceviche - das geilste Essen wos geben tut in Peru! 

Natürlich bekommst du das Gericht auch in anderen Städten in Peru, aber in Lima ist es einfach am besten.

Es lohnt sich auf jeden Fall auch ein Besuch des Stadtteiles Barranco. Mit den kleinen Bars und Restaurants in den schmalen Gassen ziemlich sehenswert. Hier siehst du auch ziemlich viel Streetart in Form von Graffitis.
kleine Gassen und viele Bars und Restaurants in Barranco

Bisschen Streetart gefällig? Ab nach Barranco.
Leider haben wir uns für Lima etwas in der Reisezeit vertan.. Also, sofern das überhaupt möglich ist, die Temperaturen sind ganzjährig ziemlich erträglich, es regnet so gut wie nie ABER der Himmel war jeden Tag grau in der Zeit in der wir da waren. Das ist wohl ziemlich üblich im peruanischen Winter.

Lima ist aber auch die Stadt der Reise, in der sich die Wege von mir und meinem Partner in Crime trennen werden.. Mich wird es von hieraus nach Californien verschlagen und Max verbringt noch ein paar Wochen in Kolumbien. Die letzten Tage waren noch cool aber als ich so auf dem Weg zum Flughafen und gerade goodbye zu Max gesagt habe steigt die Aufregung in mir. Ab sofort bin ich solo unterwegs. Das ist noch einmal etwas komplett anderes und erfordert ab sofort etwas mehr Engagement um Leute kennen zu lernen usw. Aber hey, darum ging's doch auch irgendwie, raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer - Let's go California!
Na Hallo Küste von Nordamerika.








Dienstag, 21. Juli 2015

Reisebericht #16: Arequipa und Paracas aka. Magenschmerzen

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Es ging dann also von Puna nach Arequipa. Mit über 800.000 EInwohner auch keine besonders kleine Stadt und der Stadtkern wurde durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, also auch keine besonders hässliche Stadt.

Hauptattraktion von Arequipa ist der Colca Canyon der mit ca. 1.800 Metern Tiefe der zweittefste Canyon der Welt ist. Er ist ziemlich bekannt dafür, dass man Kondore beobachten kann. Wie auch immer, der Titel dieses Berichtes sagt es ja schon.. Arequipa aka. Magenschmerzen. Meine zwei Mitreisenden haben etwas den Magen verdorben also ist somit eine länge Tour in den Canyon sowieso schon weggefallen. Ich habe mich aber eh recht schnell dazu entschlossen, die Zeit in Arequipa zum planen meiner Zeit nach Peru zu nutzen. Ich musste Flüge buchen und entscheiden wie ich meine Zeit in Nordamerika am besten verbringen kann.

Kleine Cafes gibt es in Arequipa an jeder Ecke
Sonnenuntergang in Paracas am Strand

Die Innenstadt von Arequipa ist aber wirklich ziemlich cool. Es gibt viele Restaurants und Cafes, einen großen Markt und genauso wie in Cusco ist die Altstadt ziemlich gepflegt und gut im Schuss.

Wie in jeder Stadt gibt es auch hier einen großen Markt
Wir sind dann also nach ein paar Tagen in Arequipa nach Paracas gefahren. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du fährst mit dem Bus erst nach Pisco und dann mit dem Taxi oder einem anderen lokalen Verkehrsmittel nach Paracas. Das Unternehmen Sur Del Cruz hat allerdings uach Busse, die direkt nach Paracas fahren. Die fahren allerdings nur 2 oder 3 mal am Tag, also rechtzeitig vorher checken, ob noch Platz ist.

In Paracas gibt es das kleine Naturreservat der Ballestas Inseln das man besuchen kann. In vielen Reiseführern werden die Inseln als Galapagos für Arme bezeichnet.. um zu beurteilen ob das stimmt, muss ich erst noch auf die Galapagos.

Faule Robben liegen auf den Felsen der Inseln
Man kann auf jeden Fall viele Robben, Pinguine, Pelikane und andere Vögel sehen. Betreten darf man die Inseln allerdings nicht und das wird wohl der große unterschied sein zu den Galapagos. Diese sind natürlich viel größer. Gekostet hat und der ca. 1 1/2 stündige Ausflug knapp 35 Soles (ca. 10 Euro). Das ist definitiv günstiger als zu den Galapagos zu fahren/fliegen. Aber ich denke nicht, dass man das mit den Galapagos vergleichen kann.


Zwei kleine Tipps:
  1. Wer ein bisschen anfällig für Reisekrankheit ist sollte vorher was dagegen einwerfen. Das Meer kann ziemlich rau werden draußen vor der Küste, auch wenn es am Strand easy aussieht.
  2. Zieht euch einen Hut, Mütze oder Kappe auf. Es gibt dort wirklich hunderte wenn nicht sogar tausende Vögel. Die Chance was auf den Kopf zu bekommen ist nicht gerade gering.
In Deckung wenn die Vögel kommen :D
In Paracas sind wir auch endlich so nah an der Küste, dass wir das erste Mal Ceviche probieren. Ceviche besteht aus rohem Fisch und/oder aus rohen Meeresfrüchten. Der Fisch wird ca. 15 Minuten in Limettensaft eingelegt. Durch die Säure der Limetten entsteht der gleiche Effekt als würde der Fisch gekocht. Ziemlich leckere Sache! Wer es nicht zu scharf haben will sollte das dazu sagen.

Meeresfrüchte und Fisch gibt's in Paracs ziemlich günstig und frisch
Die Busse sind übrigens an der peruanischen Küste ziemlich teuer aber unfassbar gut! Eigentlich wie im Flugzeug bekommt man ein richtiges Essen und hat seinen eigenen Bildschirm mit Filmen usw. am Sitz. Noch nie so gut in einem Bus gefahren. Es geht jetzt also zum letzten Stop in Peru und auch Südamerika

Sonntag, 12. Juli 2015

Reisebericht #15: Puno und die schwimmenden Inseln der Uros

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Von Cusco sind wir wieder Richtung Titikakasee gefahren. Ein kleiner Schritt zurück also, allerdings haben wir den Titikakasee nur von der boliviansichen Seite aus gesehen und auf der peruanischen Seite gibt es in Puno die schwimmenden Inseln der Uros.

Bootsfahrt zu den schwimmenden Inseln der Uros
Die Uros sind ein indigenes Volk, dass nur am Titikakasee lebt. Derzeit sind es noch ca. 2.000 Menschen. Dieses Volk lebt zum kleinen Teil auf den schwimmenden Inseln, die aus Totora-Schilf hergestellt werden. Die Mehrzahl der Volkes lebt allerdings auf dem Festland in ganz normalen Häusern.

Interessant ist, dass die Inseln tatsächlich schwimmen. Wenn man sie betritt, merkt man wie sie schwanken. Die Uros müssen auch regelmäßig Stroh nachlegen, damit die Inseln nicht untergehen.

Die Häuser der Uros
An sich sehr interessant sich das anzuschauen.. nur leider gleicht die Fahrt auf die Insel einer Kaffeefahrt. Alles fängt an wenn man in Puno am Hafen die Tickets kaufen will. Dieses kostet pro Person 10 Soles und bringt dich auf eine der schwimmenden Inseln und wieder zurück. Zusätzlich wollen dir die Ticketverkäufer 5 Soles "Eintritt" auf die Inseln verkaufen.. dafür gibt es allerdings kein Ticket. Wir haben es bezahlt, allerdings haben uns zwei Schweizer am gleichen Tag im Hostel erzählt, dass sie es nicht gezahlt haben und sich niemand darüber beschwert hat.

Auch die Boote sind aus Schilf gefertigt
Am nächsten Tag am Hafen steht dann auf einmal jemand am Boot und versucht dir wieder 5 Soles "Eintritt" abzunehmen, diesmal sogar mit Tickets. Wir haben uns geweigert das zu zahlen und auch hier hat niemand etwas dagegen gesagt.

Auf der schwimmenden Insel angekommen, erzählt ein Guide kurz wie die Inseln entstanden sind und wie die Uros darauf leben. Danach geht es in eines der Häuser, um zu sehen wie diese von innen aussehen. Der TV mit Satellitenschüssel zerstört ein bisschen die Illusion eines noch sehr ursprünglichen Volkes.

Die Technik ist bei den Uros angekommen
Danach geht es zum "Mini-Market" wo du Souvenirs kaufen sollst. Kaffeefahrt eben. Die Souvenirs sind auch auf jeden Fall nicht selbstgemacht oder sonstiges. Anschließen wird man auf ein traditionelles Schiff gebracht und soll weitere 10 Soles bezahlen, um auf eine andere größere Insel zu kommen. Die größere Insel besteht aus einem Restaurant und weiteren Souvenirläden. Das Essen dort ist wahnsinnig teuer und nicht besonders gut. Du zahlst 27 Soles und satt ist niemand geworden.

An sich sind die Inseln schön anzusehen,. aber durch dieses Kaffeefahrtfeeling macht es einfach keinen Spaß.
Da Puna an sich sonst nicht viel zu bieten hat, sind wir nach einer Nacht direkt weitergefahren


Da Puno an sich sonst nicht besonders viel zu bieten hat, sind nach einer Nacht direkt weitergefahren. Nächstes Ziel war Arequipa, von dort kommt also der nächste Bericht.

Samstag, 11. Juli 2015

Was kostet meine Weltreise? - #1 Vorbereitung

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Diese Reihe soll dir genau sagen, was MEINE Weltreise kostet.. ich betone das "meine" deshalb so, weil jeder individuelle Ansprüche und Vorstellungen hat. Deine Reiseländer werden sich evtl. unterscheiden und dein Lebensstil auch.

Nummer 1 dieser Reihe befasst sich mit den Kosten, die in der Vorbereitung einer solchen Reise entstehen. Also alles was man sich leisten muss bzw. kann bevor man überhaupt den ersten Flieger betritt. Damit sind Dinge wie Impfungen, Ausrüstung, Kleidung, Reisepass etc. gemeint.

Die Buchung des ersten Fluges oder die ersten Nächte in einem Hostel die von Zuhause aus gebucht werden, sollen nicht dazu zählen. Diese Kosten werden dem jeweiligen Reiseland zugeordnet und in späteren Teilen dieser Reihe aufgezählt werden.
  • Impfungen: (85% wurden von meiner Krankenkasse übernommen) 98,12 €
  • Reiseapotheke: (Auch hier hat die Krankenkasse einiges übernommen) 46,23 €
  • Rucksack: 220 €
  • 2 Innenfächer für den Rucksack: 40 €
  • Wasserdichter Packsack für Technik im Notfall: 15 €
  • Notebook: 440 €
  • Kamera: 419 €
  • Ersatzakku Kamera: 15 €
  • Stativ 13 €
  • Reisehandtuch: 10 €
  • Hüttenschlafsack: 15 €
  • Drogerieartikel (Sonnencreme, Shampoo, usw.): 35 €
  • Schlösser für Taschen und Schränke: 15 €
  • Adiletten: 25 €
Wie gesagt, sehr individuell! Ich hatte zum Beispiel schon den Reisepass (ca. 60€) und den internationalen Führerschein (ca. 14€). Außerdem musste ich mir an Kleidung nicht besonders viel neu anschaffen. Warum sollte ich in anderen Ländern anders kleiden? Dafür ging für Technik viel drauf.. vielleicht hast du schon eine Kamera (Beitrag zur Kamera) oder es reicht dir auch eine günstigere und du schaffst dir kein Notebook (Beitrag zum Notebook) an. Es gibt dir aber ca. einen Anhaltspunkt was auf dich zukommen kann.

Ich habe also für die Vorbereitung knapp 1.500 € ausgegeben.. das ist viel. Aber für mich waren es alles Dinge, die ich gebraucht habe.

Im nächsten Teil liest du dann wie viel der erste große Abschnitt der Reise gekostet hat. Ich werde dir die Kosten für die ersten 3 Monate aufzählen.. Das wird ein großer Betrag befürchte ich, wir werden sehen!

Donnerstag, 9. Juli 2015

Kostencheck #3: Peru

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Ganze 1 1/2 Monate waren wir in Bolivien! Eine lange Zeit aber das Land hat auch viel zu bieten und ist vor allem auch sehr günstig. Du bekommst sehr viel für dein Geld.. Mal sehen wie das mit Peru aussieht:

In Peru bezahlst du mit der Währung PEN bzw. Neuer Sol. Der Kurs im Juli 2015 ar 1 Euro = ca. 3,5 PEN.

Unterkunft: Wir haben jetzt schon in mehreren Städten geschlafen und ich kann sagen, dass man immer ein Hostel zwischen 5 und 8 Euro findet. Cusco war am teuersten und Städte wie Puno und Arequipa am günstigsten. Dabei habe ich immer im größten und günstigsten Zimmer eines Hostels geschlafen. Das waren in der Regel 6 - 12 Betten in einem Zimmer.

Transport: Der Transport zwischen Cusco, Puno und Arequipa isst recht günstig. Wir haben für eine Fahrt von 5 - 6 Stunden nur 6 € gezahlt. Teurer wird es dann wenn man Richtung Lima kommt. Also die Fahrt von Arequipa nach Ica und von dort weiter nach Paracas und Lima waren recht teuer. Von Arequipa nach Ica waren es 11 Stunden und 23 €. Aber die Busse haben Flugzeug Qualität. Es gibt Essen und Filme, wenn man das mit einbezieht sind die Preise wieder OK. Wie angenehm eine Nachtfahrt wird, wenn man richtig schlafen kann und sich mit Filmen die Zeit vertreiben kann.

Essen: Gegessen haben wir zum groößten Teil wieder auf den Märkten. Hier bekommst für 1 - 3 € ein richtig gutes Essen von dem du auch satt wirst. Als wir dann an der Küste angekommen sind, haben wir viel Fisch und Meeresfrüchte gegessen. Das wird etwas teurer aber trotzdem bekommst du für 5 - 10 € richtig leckeres und frisches Essen.

Ausflüge: Peru ist natürlich das Land, in dem du Mach Picchu besucht. Damit steigen die Kosten für Ausflüge in die Höhe. Uns hat der Trip mit Trinken und allem was man so extra ausgeben muss 270 US Dollar gekostet. Recht teuer aber es lohnt sich. Ansonsten sind die Preise für Ausflüge vergleichbar mit Bolivien. Eine Bootsfahrt von 2 Stunden in Paracas hat uns zum Beispiel 10 € gekostet mit Nationalpark Eintritt usw.

Fazit: Peru ist schon etwas teurer als Bolivien. Aber trotzdem noch ein Land, in dem man für sein Geld sehr viel bekommen kann. Natürlich abseits von den Touristenpfaden und Restaurants. Essen auf den Märkten lohnt sich am meisten und auch alles was man sonst so braucht sollte man dort kaufen. Supermärkte sich viel zu teuer.

Mittwoch, 8. Juli 2015

Reisebericht #14: Machu Picchu oder über 8.670 Stufen

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 Da sind wir also nun, nach 3 Tagen auf dem Mountainbike, beim Rafting oder laufend haben wir Aguas Calientes erreicht. Ein kleiner Ort mit 2.000 Einwohner auf 2.090 Meter über dem Meeresspiegel. Aguas Calientes ist nicht mit dem Auto zu erreichen. Es gibt einfach keine Straße. Man kommt dort nur per Fuß oder mit dem Zug hin.

Von hier sind es noch schlappe 1,5 km bis zu Machu Picchu... ja genau, schlappe, Los geht es früh morgens um 04:30 Uhr. Solltest du dich nicht für einen der Busse entschieden haben der erst um 06:00 Uhr losfährt. Das Tor am Fuße des Berges auf dem sich Machu Picchu befindet öffnet um 05:00 Uhr. wir waren um 04:50 Uhr am Tor und die Schlange war schon ziemlich lang.

Um Punkt 5 gehen die Tore auf und die Leute strömen über die Brücke, die zu dem Pfad nach oben führt. Wobei das weniger ein Pfad ist, um es genau zu nehme, es sind 1.700 Treppenstufen nach oben und das bei einer Höhe von über 2.000 Metern. Nicht gerade unsportlich. Nicht gerade unsportlich sehen das auch die vielen Menschen, die nach oben wollen. Irgendwie wecken diese Treppen den inneren Kampfhund bei vielen (auch bei mir) und jeder will der Erste sein. Das funktioniert natürlich nur begrenzt, weil die Treppen etwas eng sind.

Typisches Postkartenbild von Machu Picchu

Die Treppen schlängeln sich den Berg hoch und kreuzen 7 oder 8 mal  den Weg, den die Busse nach oben nehmen. Der Weg ist gesäumt von schnaufenden Menschen die nicht mehr weiter kommen. Für den Aufstieg ist eigentlich eine Stunde angesetzt, denn um 06:00 Uhr macht das Tor zu Machu Picchu selbst auf, damit man rechtzeitig für den Sonnenaufgang dort ist.

Ich bin um ca. 05:45 oben angekommen. Die Schlange am Tor war noch überschaubar und so war ich einer der Ersten, die Machu Picchu an dem Tag betreten hat. Den Ort ohne viele Menschen zu sehen ist schon ein richtig guter Anblick. Später am Tag tummeln sich viele Menschen auf den Plätzen und an Punkten von denen man gute Fotos machen kann bilden sich Schlangen..

Die Schlange vor den Toren Machu Picchus
Wenn du dann oben am Wachhaus stehst und den typischen Blick auf Machu Picchu hast, den du auf allen Bildern siehst, stellt sich eine komische innere Ruhe ein. Genau die gleiche Ruhe die man hat, wenn man am Strand steht und auf das weite Meer schaut. Ich schätze man ist einfach überwältigt und der schwere Aufstieg ist lange vergessen!

Mucho Stufen könnte Machu Picchu auch heißen

Ist man nicht in einer Stunde mit Machu Picchu durch?

Das wird man tatsächlich oft gefragt.. Machu Picchu zu besuchen ist nicht billig und viele Backpacker fragen sich, ob es sich wirklich lohnt, denn Ruinen sieht man mehr als genug in Peru. Also: Was gibt's dort oben noch zu sehen außer Machu Picchu selbst? Recht viel sogar, wir waren von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang dort oben.

Das Gelände zu erkunden lohnt sich schon alleine wegen den Aussichten
Nachdem du dir Machu Picchu angesehen hast, sprich mit einem Guide durch die Stätte selbst gelaufen bist und er dir die Entstehung und die einzelnen Orte erklärt hat, kannst du das Gelände selbst erkunden. Da gibt es zum Beispiel noch die Inca Bridge (Inka Brücke), das Sonnentor und natürlich die Berge Huayana Picchu und Machu Picchu Mountain.

Die Inka Brücke

  • Die Inka Brücke ist ca. 20 Minuten Fußweg entfernt und alleine der Weg lohnt sich schon für die tollen Panoramen über Dschungel bis Schneebedeckte Berge. Die Inka Brücke selbst ist an einer Steilwand aufgestapelte Steine und eine Lücke über die ein Holzbrett gelegt ist. Der Weg ist so schmal, dass er nicht betreten werden darf. Man kommt aber schwer ins grübeln, wie die das nur erbaut haben.
  • Das Sonnentor ist dann schon etwas weiter entfernt. ca. 1 Stunde läuft man dort hin. Beim Sonnentor ist übrigens auch die Stelle, an der der Inka Trail endet. Solltest du also rechtzeitig gebucht haben und einer der Glücklichen sein, der den Trail laufen darf, hier ist der Ort an dem du in Machu Picchu einläufst. Außerdem gilt das Gleiche wie für die Inka Brücke, ein bisschen ist auch der Weg das Ziel, die Aussichten sind überragend.
  • Huayana Picchu, das ist der berühmte kleinere Berg. Der berühmte deshalb, weil du auch hier genauso wie bei dem Inka Trail schon Monate im Voraus buchen musst. die Besucher sind auf 400 pro Tag begrenzt.
  • Der Machu Picchu Mountain ist der größere der beiden Berge. Er hat eine Höhe von knapp über 3.000 Metern. Wie lange es dauert bis du oben bist hängt schwer von deiner Kondition ab. Denn der Weg der nach oben führt besteht aus.. Achtung.. Stufen. und zwar genau 2.585 Stufen. Ging dir also der morgendliche Aufstieg auf Machu Picchu zu weit, lass den Berg aus! Für den Zeitaufwand: Ich habe knapp 50 Minuten nach oben gebraucht (gleicher Kampfhund wie am Morgen) meine Reisebegleitung ist aber nach 2 Stunden noch nicht oben gewesen. Es ist wirklich nicht zu unterschätzen, denn du näherst dich den 3.000 Höhenmetern, die Luft wird dünn. Vor allem musst du auch wieder runter..

Auf die Spitze getrieben - Machu Picchu Maountain

Anonsten haben wir nach dem Machu Picchu Mountain einfach ein Schläfchen auf einer der Wiesen gemacht.. Muss auch mal sein. Ansonsten lässt du einfach die Stätte auf dich wirken. Die Fläche ist so riesig da oben, dass die vielleicht 2.500 Menschen sich bestens verteilen.


Der kleine Berg im Hintergrund ist der Huayana Picchu

Also es lohnt sich! Und vergleiche einfach mal die Reaktionen, wenn du erzählst dass du auf Machu Picchu warst oder bei sonst einer XY Ruine.. Es ist doch auch cool davon zu erzählen ;)

Schau dir dann noch die Lamas an, die einen Job als Gärtner/Rasenmäher dort oben haben und dann machst du dich auf zum Abstieg.


Angenehm, Lama, Rasenmäher von Machu Picchu

Der Abstieg und zurück nach Cusco

Ja genau, denn runter musst du auch wieder. Die ganzen 1.700 Stufen. Es gibt zwar genauso wie auf dem Weg nach oben die Möglichkeit mit dem Bus zu fahren aber bist du ein Weichei oder was? Naja, verlockend war der Bus schon.. aber wir waren zu geizig um 20 Dollar zu zahlen.

Die Touren sind meist so aufgebaut, dass du nach Machu Picchu noch am selben Tag nach Cusco zurückkommst. Das passiert mit dem Zug (ca. 1 Stunde) bis nach und von dort fährt ein Bus nach Cusco (ca. 2 Stunden). Zügen fahren zu verschiedenen Zeiten. Soweit wir es mitbekommen haben gab es einen um 19:30 Uhr und dann unseren um 21:00 Uhr. Der hatte übrigens auch noch eine Stunde Verspätung.. nix war's mit einem Satz wie: "Da kann sich die Deutsche Bahn mal eine Scheibe abscheiden."

Wir waren also knapp um 01:00 Uhr in Cusco.. im Hostelbett lagen wir dann um 02:00 Uhr. Das ist also fast ein 24 Stunden Tag. Gelohnt hat es sich trotzdem!

Fortsetzung folgt...


Von Cusco ging es dann weiter nach Puno. Was wir dort erlebt haben erfährst du im nächsten Bericht!

Dienstag, 7. Juli 2015

Die besten Alternativen zum Inka Trail!

1 Kommentar
Jeder der Nach Südamerika reist und nach Peru kommt wird dieses Ziel ziemlich weit oben auf seiner Liste stehen haben: Machu Picchu.

"Machu Picchu muss man schon lange im Voraus buchen!"

Während der Reisevorbereitung erfährt man dann in dem Reisebüro oder im Internet, dass die Besucherzahlen für Machu Picchu begrenzt sind und man schon lange Zeit im Voraus buchen muss. Das stimmt so nicht!

Es gibt tatsächlich Begrenzungen, die sehen wie folgt aus:
  • Machu Picchu: 2.500 Leute pro Tag
  • Kombination Machu Picchu und Huayna Picchu (der kleine Berg): 400 Leute pro Tag
  • Kombination Machu Picchu und Machu Picchu Mountain (der große Berg) 800 Leute pro Tag
Das zusammengerechnet ist doch eine recht große Summe die auch in der Hochsaison eher selten erreicht wird. Auch ich habe mich erst in Cusco vor Ort um mein Ticket gekümmert und hatte keine Probleme. Am Tag nach der Buchung ging es schon los. Es gab also keine Wartezeiten.

Anders sieht es für den Inka Trail aus. Dort ist die Begrenzung auf 500 Leute pro Tag festgelegt. Daher ist dieser Trail wirklich schon länger im Voraus ausgebucht aber NUR der Trail!

Warum ist der Inka Trail so besonders?

Das ist einfach zu beantworten. Der Inka Trail ist der einzige Trek, der direkt in Machu Picchu endet. Alles anderen führen erst nach Aguas Calientes, wo du eine weitere Nacht verbringst und dann auf Machu Picchu aufsteigst. Der Inka Trail endet direkt oben in Machu Picchu und du hast sofort den besten Blick auf die Inkastätte und das komplette Gebiet. Außerdem liegen entlang des Weges verschiedenen Inkaruinen, die sonst nicht erreichbar sind. Daher ist der Inka Trail meistens schon Monate im Voraus ausgebucht.

Bucht man den Inka Trail von Zuhause muss man mit Kosten in Höhe von ca. 400 bis 600 Dollar kosten. Abhängig von der Qualität der Agentur. Willst du als auf jeden Fall den originalen Inka Trail laufen, kümmere dich früh genug darum! Ein halbes Jahr kann da nicht zu früh sein.

Gleiches gilt für den Huayana Picchu, den kleinen Berg neben Machu Picchu. Da die Besucherzahl dort auf 400 pro Tag begrenzt ist, sind die Tickets genauso früh ausverkauft. Aber auch dafür gibt es eine Alternative: der Machu Picchu Mountain.

Welche Alternativen gibt es zum Inka Trail?

Ende der schlechten Nachrichten. Auch ich habe mich erst in Cusco vor Ort um meinen Weg zu Machu Picchu gekümmert und es gibt genug Möglichkeiten zur berühmtesten Inkastätte zu kommen! Ich zähle dir die wichtigsten auf:

  • Machu Picchu mit dem Zug (ca. 160 US Dollar)
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    • Das geht als Tagestour oder als 2 Tages Tour.
    • Die Tagestour startet um 05:30 Uhr und du wirst per Zug nach Aguas Calientes gebracht. Von dort kannst du entweder per Bus oder zu Fuß auf Machu Picchu aufsteigen. Per Zug kannst du tagsüber eine ziemlich coole Aussicht ohne viel Anstrengung genießen.
    • Die 2 Tagestour bringt dich ebenfalls erst nach Aguas Calientes, allerdings schläfst du dort eine Nacht, und hast dann die Möglichkeit morgens sehr früh auf Machu Picchu aufzusteigen um den Sonnenaufgang zu sehen.
    • Bei beiden Möglichkeiten fährst du Abends wieder mit dem Zug nach Cusco zurück. 
  • Machu Picchu mit dem Auto (ca. 130 US Dollar)
    • Diese Tour ist recht ähnlich zu der Zugtour. Wieder sind ein oder zwei Tage möglich und du übernachtest ebenfalls in Aguas Calientes wenn du dich für die 2 Tage entscheidest. Per Zug geht die Fahrt allerdings schneller.
  • Salkantay Trek (ca. 250 US Dollar)
    • Kommen wir zu dem ersten mehrtägigen Trekking. Der Salkantay Trek ist dazu auch noch einer der anstrengenderen.
    • Dieser Weg ist bekannt für seine überwältigenden Panoramen während man Gebirgspässe überquert und an dem ca. 6.700 Meter hohen Berg Salkantay vorbeiwandert.
    • Danach führt er bergab durch Dschungel Klima bis nach Aguas Caliente.
    • Eine gute Alternative für ambitionierte Wanderer. Es geht die ersten zwei Tage schon richtig zur Sache und man sollte das nicht unterschätzen. Man bewegt sich auf über 4.000 Meter über dem Meeresspiegel.. da wird die Luft knapp.
    • Gut ist, dass man 6 kg einem Träger bzw. seinem Esel geben kann. Man trägt also nicht alles mit sich herum. 
  • Inka Jungle Trek (ca. 220 US Dollar)
    • Der Inka Jungle Trek soll für Leute sein, die nicht nur Trekking wollen, sondern etwas Abwechslung brauchen. Es ist Mountainbiking, Rafting und Zip Line dabei. WObei Rafting und Zip Line allerdings Zusatzaktivitäten sind und extra kosten.
    • Er dauert 4 Tage und ist weniger anstrengend im Vergleich zum Salkantay Trek da du über keine Höhenpässe kommst. Er führt nur im Dschungel entlang und endet genauso wie der Salkantay in Aguas Caliente.
Das sind die bekanntesten und meiner Meinung nach besten Alternativen. Wobei mit dem Zug bzw. mit dem Auto natürlich nichts mit Trekking zu tun haben. Der Salkantay und der Inka Jungle sind aber meiner Meinung nach gute Alternativen. Bei den Preisen gibt es auch hier natürlich wieder riesen Unterschieden zwischen den Anbietern. Du musst vergleichen und dann aus dem Bauch heraus entscheiden, bei welcher Agentur du dich am besten fühlst.

Wir haben uns übrigens für den Inka Jungle Trail entschieden. Du kannst also in meinem Bericht darüber nachlesen ;)