MrChrisHacker

Sonntag, 11. Oktober 2015

Reisebericht #17: Das graue Lima und goodbye South America

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Lima, mit 7 Millionen Einwohnern die größte Stadt Perus und somit befinden wir uns wieder mitten im Chaos eine Großstadt. Das ist wohl etwas, was wir auf der Reise bis jetzt am besten gelernt haben: Lieber ist uns die Natur Südamerikas als die großen Städte. Wer jetzt einen ausführlichen Bericht über die Sehenswürdigkeiten von Lima erwartet den muss ich leider enttäuschen. Lima ist die Stadt des großen Abschiedes von meinem Reisepartner und von Südamerika, die Stimmung ist also eine Mischung aus Aufregung auf das was kommt und leichte Traurigkeit, dass die Zeit dann doch recht schnell rumgegangen ist. Außerdem muss ich noch einiges planen für meinen Roadtrip in Californien. Unsere Zeit in Lima verbringen wir also mit essen, trinken und reden.
Limas "Strände" - ja, ok.
Weil die Stadt eben so riesig ist, gilt es für die Buchung einer Unterkunft erst wieder zu checken, wo man sich in der Stadt aufhalten will bzw. man will ja nicht zu weit ab vom Schuss sein und das Zentrum am besten zu Fuß erreichen. Wenn man sich auf Hostelworld etc. umschaut stellt man aber schnell fest: Die meisten Hostels haben sich in dem Stadtteil Miraflores niedergelassen. Also haben auch wir uns dort ein Hostel ausgesucht, auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Vom Busbahnhof sind es keine 10 Minuten mit dem Taxi und auch ansonsten scheint der Stadtteil recht entspannt zu sein.
Lima in der Nacht
Was du auf jeden Fall tun solltest während du in Lima bist: Ceviche essen und zwar mehrmals bis täglich. Ernsthaft, so gutes Ceviche wie in Lima wirst du nicht wieder bekommen. Wem das gerade nichts sagt, Ceviche ist klein geschnittener Fisch und/oder Meeresfrüchte, die in Limettensaft mariniert werden. Durch die Säure des Saftes wird der Fisch gegart. Ziemlich geil..

Ceviche - das geilste Essen wos geben tut in Peru! 

Natürlich bekommst du das Gericht auch in anderen Städten in Peru, aber in Lima ist es einfach am besten.

Es lohnt sich auf jeden Fall auch ein Besuch des Stadtteiles Barranco. Mit den kleinen Bars und Restaurants in den schmalen Gassen ziemlich sehenswert. Hier siehst du auch ziemlich viel Streetart in Form von Graffitis.
kleine Gassen und viele Bars und Restaurants in Barranco

Bisschen Streetart gefällig? Ab nach Barranco.
Leider haben wir uns für Lima etwas in der Reisezeit vertan.. Also, sofern das überhaupt möglich ist, die Temperaturen sind ganzjährig ziemlich erträglich, es regnet so gut wie nie ABER der Himmel war jeden Tag grau in der Zeit in der wir da waren. Das ist wohl ziemlich üblich im peruanischen Winter.

Lima ist aber auch die Stadt der Reise, in der sich die Wege von mir und meinem Partner in Crime trennen werden.. Mich wird es von hieraus nach Californien verschlagen und Max verbringt noch ein paar Wochen in Kolumbien. Die letzten Tage waren noch cool aber als ich so auf dem Weg zum Flughafen und gerade goodbye zu Max gesagt habe steigt die Aufregung in mir. Ab sofort bin ich solo unterwegs. Das ist noch einmal etwas komplett anderes und erfordert ab sofort etwas mehr Engagement um Leute kennen zu lernen usw. Aber hey, darum ging's doch auch irgendwie, raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer - Let's go California!
Na Hallo Küste von Nordamerika.








Dienstag, 21. Juli 2015

Reisebericht #16: Arequipa und Paracas aka. Magenschmerzen

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Es ging dann also von Puna nach Arequipa. Mit über 800.000 EInwohner auch keine besonders kleine Stadt und der Stadtkern wurde durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, also auch keine besonders hässliche Stadt.

Hauptattraktion von Arequipa ist der Colca Canyon der mit ca. 1.800 Metern Tiefe der zweittefste Canyon der Welt ist. Er ist ziemlich bekannt dafür, dass man Kondore beobachten kann. Wie auch immer, der Titel dieses Berichtes sagt es ja schon.. Arequipa aka. Magenschmerzen. Meine zwei Mitreisenden haben etwas den Magen verdorben also ist somit eine länge Tour in den Canyon sowieso schon weggefallen. Ich habe mich aber eh recht schnell dazu entschlossen, die Zeit in Arequipa zum planen meiner Zeit nach Peru zu nutzen. Ich musste Flüge buchen und entscheiden wie ich meine Zeit in Nordamerika am besten verbringen kann.

Kleine Cafes gibt es in Arequipa an jeder Ecke
Sonnenuntergang in Paracas am Strand

Die Innenstadt von Arequipa ist aber wirklich ziemlich cool. Es gibt viele Restaurants und Cafes, einen großen Markt und genauso wie in Cusco ist die Altstadt ziemlich gepflegt und gut im Schuss.

Wie in jeder Stadt gibt es auch hier einen großen Markt
Wir sind dann also nach ein paar Tagen in Arequipa nach Paracas gefahren. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du fährst mit dem Bus erst nach Pisco und dann mit dem Taxi oder einem anderen lokalen Verkehrsmittel nach Paracas. Das Unternehmen Sur Del Cruz hat allerdings uach Busse, die direkt nach Paracas fahren. Die fahren allerdings nur 2 oder 3 mal am Tag, also rechtzeitig vorher checken, ob noch Platz ist.

In Paracas gibt es das kleine Naturreservat der Ballestas Inseln das man besuchen kann. In vielen Reiseführern werden die Inseln als Galapagos für Arme bezeichnet.. um zu beurteilen ob das stimmt, muss ich erst noch auf die Galapagos.

Faule Robben liegen auf den Felsen der Inseln
Man kann auf jeden Fall viele Robben, Pinguine, Pelikane und andere Vögel sehen. Betreten darf man die Inseln allerdings nicht und das wird wohl der große unterschied sein zu den Galapagos. Diese sind natürlich viel größer. Gekostet hat und der ca. 1 1/2 stündige Ausflug knapp 35 Soles (ca. 10 Euro). Das ist definitiv günstiger als zu den Galapagos zu fahren/fliegen. Aber ich denke nicht, dass man das mit den Galapagos vergleichen kann.


Zwei kleine Tipps:
  1. Wer ein bisschen anfällig für Reisekrankheit ist sollte vorher was dagegen einwerfen. Das Meer kann ziemlich rau werden draußen vor der Küste, auch wenn es am Strand easy aussieht.
  2. Zieht euch einen Hut, Mütze oder Kappe auf. Es gibt dort wirklich hunderte wenn nicht sogar tausende Vögel. Die Chance was auf den Kopf zu bekommen ist nicht gerade gering.
In Deckung wenn die Vögel kommen :D
In Paracas sind wir auch endlich so nah an der Küste, dass wir das erste Mal Ceviche probieren. Ceviche besteht aus rohem Fisch und/oder aus rohen Meeresfrüchten. Der Fisch wird ca. 15 Minuten in Limettensaft eingelegt. Durch die Säure der Limetten entsteht der gleiche Effekt als würde der Fisch gekocht. Ziemlich leckere Sache! Wer es nicht zu scharf haben will sollte das dazu sagen.

Meeresfrüchte und Fisch gibt's in Paracs ziemlich günstig und frisch
Die Busse sind übrigens an der peruanischen Küste ziemlich teuer aber unfassbar gut! Eigentlich wie im Flugzeug bekommt man ein richtiges Essen und hat seinen eigenen Bildschirm mit Filmen usw. am Sitz. Noch nie so gut in einem Bus gefahren. Es geht jetzt also zum letzten Stop in Peru und auch Südamerika

Sonntag, 12. Juli 2015

Reisebericht #15: Puno und die schwimmenden Inseln der Uros

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Von Cusco sind wir wieder Richtung Titikakasee gefahren. Ein kleiner Schritt zurück also, allerdings haben wir den Titikakasee nur von der boliviansichen Seite aus gesehen und auf der peruanischen Seite gibt es in Puno die schwimmenden Inseln der Uros.

Bootsfahrt zu den schwimmenden Inseln der Uros
Die Uros sind ein indigenes Volk, dass nur am Titikakasee lebt. Derzeit sind es noch ca. 2.000 Menschen. Dieses Volk lebt zum kleinen Teil auf den schwimmenden Inseln, die aus Totora-Schilf hergestellt werden. Die Mehrzahl der Volkes lebt allerdings auf dem Festland in ganz normalen Häusern.

Interessant ist, dass die Inseln tatsächlich schwimmen. Wenn man sie betritt, merkt man wie sie schwanken. Die Uros müssen auch regelmäßig Stroh nachlegen, damit die Inseln nicht untergehen.

Die Häuser der Uros
An sich sehr interessant sich das anzuschauen.. nur leider gleicht die Fahrt auf die Insel einer Kaffeefahrt. Alles fängt an wenn man in Puno am Hafen die Tickets kaufen will. Dieses kostet pro Person 10 Soles und bringt dich auf eine der schwimmenden Inseln und wieder zurück. Zusätzlich wollen dir die Ticketverkäufer 5 Soles "Eintritt" auf die Inseln verkaufen.. dafür gibt es allerdings kein Ticket. Wir haben es bezahlt, allerdings haben uns zwei Schweizer am gleichen Tag im Hostel erzählt, dass sie es nicht gezahlt haben und sich niemand darüber beschwert hat.

Auch die Boote sind aus Schilf gefertigt
Am nächsten Tag am Hafen steht dann auf einmal jemand am Boot und versucht dir wieder 5 Soles "Eintritt" abzunehmen, diesmal sogar mit Tickets. Wir haben uns geweigert das zu zahlen und auch hier hat niemand etwas dagegen gesagt.

Auf der schwimmenden Insel angekommen, erzählt ein Guide kurz wie die Inseln entstanden sind und wie die Uros darauf leben. Danach geht es in eines der Häuser, um zu sehen wie diese von innen aussehen. Der TV mit Satellitenschüssel zerstört ein bisschen die Illusion eines noch sehr ursprünglichen Volkes.

Die Technik ist bei den Uros angekommen
Danach geht es zum "Mini-Market" wo du Souvenirs kaufen sollst. Kaffeefahrt eben. Die Souvenirs sind auch auf jeden Fall nicht selbstgemacht oder sonstiges. Anschließen wird man auf ein traditionelles Schiff gebracht und soll weitere 10 Soles bezahlen, um auf eine andere größere Insel zu kommen. Die größere Insel besteht aus einem Restaurant und weiteren Souvenirläden. Das Essen dort ist wahnsinnig teuer und nicht besonders gut. Du zahlst 27 Soles und satt ist niemand geworden.

An sich sind die Inseln schön anzusehen,. aber durch dieses Kaffeefahrtfeeling macht es einfach keinen Spaß.
Da Puna an sich sonst nicht viel zu bieten hat, sind wir nach einer Nacht direkt weitergefahren


Da Puno an sich sonst nicht besonders viel zu bieten hat, sind nach einer Nacht direkt weitergefahren. Nächstes Ziel war Arequipa, von dort kommt also der nächste Bericht.

Samstag, 11. Juli 2015

Was kostet meine Weltreise? - #1 Vorbereitung

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Diese Reihe soll dir genau sagen, was MEINE Weltreise kostet.. ich betone das "meine" deshalb so, weil jeder individuelle Ansprüche und Vorstellungen hat. Deine Reiseländer werden sich evtl. unterscheiden und dein Lebensstil auch.

Nummer 1 dieser Reihe befasst sich mit den Kosten, die in der Vorbereitung einer solchen Reise entstehen. Also alles was man sich leisten muss bzw. kann bevor man überhaupt den ersten Flieger betritt. Damit sind Dinge wie Impfungen, Ausrüstung, Kleidung, Reisepass etc. gemeint.

Die Buchung des ersten Fluges oder die ersten Nächte in einem Hostel die von Zuhause aus gebucht werden, sollen nicht dazu zählen. Diese Kosten werden dem jeweiligen Reiseland zugeordnet und in späteren Teilen dieser Reihe aufgezählt werden.
  • Impfungen: (85% wurden von meiner Krankenkasse übernommen) 98,12 €
  • Reiseapotheke: (Auch hier hat die Krankenkasse einiges übernommen) 46,23 €
  • Rucksack: 220 €
  • 2 Innenfächer für den Rucksack: 40 €
  • Wasserdichter Packsack für Technik im Notfall: 15 €
  • Notebook: 440 €
  • Kamera: 419 €
  • Ersatzakku Kamera: 15 €
  • Stativ 13 €
  • Reisehandtuch: 10 €
  • Hüttenschlafsack: 15 €
  • Drogerieartikel (Sonnencreme, Shampoo, usw.): 35 €
  • Schlösser für Taschen und Schränke: 15 €
  • Adiletten: 25 €
Wie gesagt, sehr individuell! Ich hatte zum Beispiel schon den Reisepass (ca. 60€) und den internationalen Führerschein (ca. 14€). Außerdem musste ich mir an Kleidung nicht besonders viel neu anschaffen. Warum sollte ich in anderen Ländern anders kleiden? Dafür ging für Technik viel drauf.. vielleicht hast du schon eine Kamera (Beitrag zur Kamera) oder es reicht dir auch eine günstigere und du schaffst dir kein Notebook (Beitrag zum Notebook) an. Es gibt dir aber ca. einen Anhaltspunkt was auf dich zukommen kann.

Ich habe also für die Vorbereitung knapp 1.500 € ausgegeben.. das ist viel. Aber für mich waren es alles Dinge, die ich gebraucht habe.

Im nächsten Teil liest du dann wie viel der erste große Abschnitt der Reise gekostet hat. Ich werde dir die Kosten für die ersten 3 Monate aufzählen.. Das wird ein großer Betrag befürchte ich, wir werden sehen!

Donnerstag, 9. Juli 2015

Kostencheck #3: Peru

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Ganze 1 1/2 Monate waren wir in Bolivien! Eine lange Zeit aber das Land hat auch viel zu bieten und ist vor allem auch sehr günstig. Du bekommst sehr viel für dein Geld.. Mal sehen wie das mit Peru aussieht:

In Peru bezahlst du mit der Währung PEN bzw. Neuer Sol. Der Kurs im Juli 2015 ar 1 Euro = ca. 3,5 PEN.

Unterkunft: Wir haben jetzt schon in mehreren Städten geschlafen und ich kann sagen, dass man immer ein Hostel zwischen 5 und 8 Euro findet. Cusco war am teuersten und Städte wie Puno und Arequipa am günstigsten. Dabei habe ich immer im größten und günstigsten Zimmer eines Hostels geschlafen. Das waren in der Regel 6 - 12 Betten in einem Zimmer.

Transport: Der Transport zwischen Cusco, Puno und Arequipa isst recht günstig. Wir haben für eine Fahrt von 5 - 6 Stunden nur 6 € gezahlt. Teurer wird es dann wenn man Richtung Lima kommt. Also die Fahrt von Arequipa nach Ica und von dort weiter nach Paracas und Lima waren recht teuer. Von Arequipa nach Ica waren es 11 Stunden und 23 €. Aber die Busse haben Flugzeug Qualität. Es gibt Essen und Filme, wenn man das mit einbezieht sind die Preise wieder OK. Wie angenehm eine Nachtfahrt wird, wenn man richtig schlafen kann und sich mit Filmen die Zeit vertreiben kann.

Essen: Gegessen haben wir zum groößten Teil wieder auf den Märkten. Hier bekommst für 1 - 3 € ein richtig gutes Essen von dem du auch satt wirst. Als wir dann an der Küste angekommen sind, haben wir viel Fisch und Meeresfrüchte gegessen. Das wird etwas teurer aber trotzdem bekommst du für 5 - 10 € richtig leckeres und frisches Essen.

Ausflüge: Peru ist natürlich das Land, in dem du Mach Picchu besucht. Damit steigen die Kosten für Ausflüge in die Höhe. Uns hat der Trip mit Trinken und allem was man so extra ausgeben muss 270 US Dollar gekostet. Recht teuer aber es lohnt sich. Ansonsten sind die Preise für Ausflüge vergleichbar mit Bolivien. Eine Bootsfahrt von 2 Stunden in Paracas hat uns zum Beispiel 10 € gekostet mit Nationalpark Eintritt usw.

Fazit: Peru ist schon etwas teurer als Bolivien. Aber trotzdem noch ein Land, in dem man für sein Geld sehr viel bekommen kann. Natürlich abseits von den Touristenpfaden und Restaurants. Essen auf den Märkten lohnt sich am meisten und auch alles was man sonst so braucht sollte man dort kaufen. Supermärkte sich viel zu teuer.

Mittwoch, 8. Juli 2015

Reisebericht #14: Machu Picchu oder über 8.670 Stufen

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 Da sind wir also nun, nach 3 Tagen auf dem Mountainbike, beim Rafting oder laufend haben wir Aguas Calientes erreicht. Ein kleiner Ort mit 2.000 Einwohner auf 2.090 Meter über dem Meeresspiegel. Aguas Calientes ist nicht mit dem Auto zu erreichen. Es gibt einfach keine Straße. Man kommt dort nur per Fuß oder mit dem Zug hin.

Von hier sind es noch schlappe 1,5 km bis zu Machu Picchu... ja genau, schlappe, Los geht es früh morgens um 04:30 Uhr. Solltest du dich nicht für einen der Busse entschieden haben der erst um 06:00 Uhr losfährt. Das Tor am Fuße des Berges auf dem sich Machu Picchu befindet öffnet um 05:00 Uhr. wir waren um 04:50 Uhr am Tor und die Schlange war schon ziemlich lang.

Um Punkt 5 gehen die Tore auf und die Leute strömen über die Brücke, die zu dem Pfad nach oben führt. Wobei das weniger ein Pfad ist, um es genau zu nehme, es sind 1.700 Treppenstufen nach oben und das bei einer Höhe von über 2.000 Metern. Nicht gerade unsportlich. Nicht gerade unsportlich sehen das auch die vielen Menschen, die nach oben wollen. Irgendwie wecken diese Treppen den inneren Kampfhund bei vielen (auch bei mir) und jeder will der Erste sein. Das funktioniert natürlich nur begrenzt, weil die Treppen etwas eng sind.

Typisches Postkartenbild von Machu Picchu

Die Treppen schlängeln sich den Berg hoch und kreuzen 7 oder 8 mal  den Weg, den die Busse nach oben nehmen. Der Weg ist gesäumt von schnaufenden Menschen die nicht mehr weiter kommen. Für den Aufstieg ist eigentlich eine Stunde angesetzt, denn um 06:00 Uhr macht das Tor zu Machu Picchu selbst auf, damit man rechtzeitig für den Sonnenaufgang dort ist.

Ich bin um ca. 05:45 oben angekommen. Die Schlange am Tor war noch überschaubar und so war ich einer der Ersten, die Machu Picchu an dem Tag betreten hat. Den Ort ohne viele Menschen zu sehen ist schon ein richtig guter Anblick. Später am Tag tummeln sich viele Menschen auf den Plätzen und an Punkten von denen man gute Fotos machen kann bilden sich Schlangen..

Die Schlange vor den Toren Machu Picchus
Wenn du dann oben am Wachhaus stehst und den typischen Blick auf Machu Picchu hast, den du auf allen Bildern siehst, stellt sich eine komische innere Ruhe ein. Genau die gleiche Ruhe die man hat, wenn man am Strand steht und auf das weite Meer schaut. Ich schätze man ist einfach überwältigt und der schwere Aufstieg ist lange vergessen!

Mucho Stufen könnte Machu Picchu auch heißen

Ist man nicht in einer Stunde mit Machu Picchu durch?

Das wird man tatsächlich oft gefragt.. Machu Picchu zu besuchen ist nicht billig und viele Backpacker fragen sich, ob es sich wirklich lohnt, denn Ruinen sieht man mehr als genug in Peru. Also: Was gibt's dort oben noch zu sehen außer Machu Picchu selbst? Recht viel sogar, wir waren von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang dort oben.

Das Gelände zu erkunden lohnt sich schon alleine wegen den Aussichten
Nachdem du dir Machu Picchu angesehen hast, sprich mit einem Guide durch die Stätte selbst gelaufen bist und er dir die Entstehung und die einzelnen Orte erklärt hat, kannst du das Gelände selbst erkunden. Da gibt es zum Beispiel noch die Inca Bridge (Inka Brücke), das Sonnentor und natürlich die Berge Huayana Picchu und Machu Picchu Mountain.

Die Inka Brücke

  • Die Inka Brücke ist ca. 20 Minuten Fußweg entfernt und alleine der Weg lohnt sich schon für die tollen Panoramen über Dschungel bis Schneebedeckte Berge. Die Inka Brücke selbst ist an einer Steilwand aufgestapelte Steine und eine Lücke über die ein Holzbrett gelegt ist. Der Weg ist so schmal, dass er nicht betreten werden darf. Man kommt aber schwer ins grübeln, wie die das nur erbaut haben.
  • Das Sonnentor ist dann schon etwas weiter entfernt. ca. 1 Stunde läuft man dort hin. Beim Sonnentor ist übrigens auch die Stelle, an der der Inka Trail endet. Solltest du also rechtzeitig gebucht haben und einer der Glücklichen sein, der den Trail laufen darf, hier ist der Ort an dem du in Machu Picchu einläufst. Außerdem gilt das Gleiche wie für die Inka Brücke, ein bisschen ist auch der Weg das Ziel, die Aussichten sind überragend.
  • Huayana Picchu, das ist der berühmte kleinere Berg. Der berühmte deshalb, weil du auch hier genauso wie bei dem Inka Trail schon Monate im Voraus buchen musst. die Besucher sind auf 400 pro Tag begrenzt.
  • Der Machu Picchu Mountain ist der größere der beiden Berge. Er hat eine Höhe von knapp über 3.000 Metern. Wie lange es dauert bis du oben bist hängt schwer von deiner Kondition ab. Denn der Weg der nach oben führt besteht aus.. Achtung.. Stufen. und zwar genau 2.585 Stufen. Ging dir also der morgendliche Aufstieg auf Machu Picchu zu weit, lass den Berg aus! Für den Zeitaufwand: Ich habe knapp 50 Minuten nach oben gebraucht (gleicher Kampfhund wie am Morgen) meine Reisebegleitung ist aber nach 2 Stunden noch nicht oben gewesen. Es ist wirklich nicht zu unterschätzen, denn du näherst dich den 3.000 Höhenmetern, die Luft wird dünn. Vor allem musst du auch wieder runter..

Auf die Spitze getrieben - Machu Picchu Maountain

Anonsten haben wir nach dem Machu Picchu Mountain einfach ein Schläfchen auf einer der Wiesen gemacht.. Muss auch mal sein. Ansonsten lässt du einfach die Stätte auf dich wirken. Die Fläche ist so riesig da oben, dass die vielleicht 2.500 Menschen sich bestens verteilen.


Der kleine Berg im Hintergrund ist der Huayana Picchu

Also es lohnt sich! Und vergleiche einfach mal die Reaktionen, wenn du erzählst dass du auf Machu Picchu warst oder bei sonst einer XY Ruine.. Es ist doch auch cool davon zu erzählen ;)

Schau dir dann noch die Lamas an, die einen Job als Gärtner/Rasenmäher dort oben haben und dann machst du dich auf zum Abstieg.


Angenehm, Lama, Rasenmäher von Machu Picchu

Der Abstieg und zurück nach Cusco

Ja genau, denn runter musst du auch wieder. Die ganzen 1.700 Stufen. Es gibt zwar genauso wie auf dem Weg nach oben die Möglichkeit mit dem Bus zu fahren aber bist du ein Weichei oder was? Naja, verlockend war der Bus schon.. aber wir waren zu geizig um 20 Dollar zu zahlen.

Die Touren sind meist so aufgebaut, dass du nach Machu Picchu noch am selben Tag nach Cusco zurückkommst. Das passiert mit dem Zug (ca. 1 Stunde) bis nach und von dort fährt ein Bus nach Cusco (ca. 2 Stunden). Zügen fahren zu verschiedenen Zeiten. Soweit wir es mitbekommen haben gab es einen um 19:30 Uhr und dann unseren um 21:00 Uhr. Der hatte übrigens auch noch eine Stunde Verspätung.. nix war's mit einem Satz wie: "Da kann sich die Deutsche Bahn mal eine Scheibe abscheiden."

Wir waren also knapp um 01:00 Uhr in Cusco.. im Hostelbett lagen wir dann um 02:00 Uhr. Das ist also fast ein 24 Stunden Tag. Gelohnt hat es sich trotzdem!

Fortsetzung folgt...


Von Cusco ging es dann weiter nach Puno. Was wir dort erlebt haben erfährst du im nächsten Bericht!

Dienstag, 7. Juli 2015

Die besten Alternativen zum Inka Trail!

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Jeder der Nach Südamerika reist und nach Peru kommt wird dieses Ziel ziemlich weit oben auf seiner Liste stehen haben: Machu Picchu.

"Machu Picchu muss man schon lange im Voraus buchen!"

Während der Reisevorbereitung erfährt man dann in dem Reisebüro oder im Internet, dass die Besucherzahlen für Machu Picchu begrenzt sind und man schon lange Zeit im Voraus buchen muss. Das stimmt so nicht!

Es gibt tatsächlich Begrenzungen, die sehen wie folgt aus:
  • Machu Picchu: 2.500 Leute pro Tag
  • Kombination Machu Picchu und Huayna Picchu (der kleine Berg): 400 Leute pro Tag
  • Kombination Machu Picchu und Machu Picchu Mountain (der große Berg) 800 Leute pro Tag
Das zusammengerechnet ist doch eine recht große Summe die auch in der Hochsaison eher selten erreicht wird. Auch ich habe mich erst in Cusco vor Ort um mein Ticket gekümmert und hatte keine Probleme. Am Tag nach der Buchung ging es schon los. Es gab also keine Wartezeiten.

Anders sieht es für den Inka Trail aus. Dort ist die Begrenzung auf 500 Leute pro Tag festgelegt. Daher ist dieser Trail wirklich schon länger im Voraus ausgebucht aber NUR der Trail!

Warum ist der Inka Trail so besonders?

Das ist einfach zu beantworten. Der Inka Trail ist der einzige Trek, der direkt in Machu Picchu endet. Alles anderen führen erst nach Aguas Calientes, wo du eine weitere Nacht verbringst und dann auf Machu Picchu aufsteigst. Der Inka Trail endet direkt oben in Machu Picchu und du hast sofort den besten Blick auf die Inkastätte und das komplette Gebiet. Außerdem liegen entlang des Weges verschiedenen Inkaruinen, die sonst nicht erreichbar sind. Daher ist der Inka Trail meistens schon Monate im Voraus ausgebucht.

Bucht man den Inka Trail von Zuhause muss man mit Kosten in Höhe von ca. 400 bis 600 Dollar kosten. Abhängig von der Qualität der Agentur. Willst du als auf jeden Fall den originalen Inka Trail laufen, kümmere dich früh genug darum! Ein halbes Jahr kann da nicht zu früh sein.

Gleiches gilt für den Huayana Picchu, den kleinen Berg neben Machu Picchu. Da die Besucherzahl dort auf 400 pro Tag begrenzt ist, sind die Tickets genauso früh ausverkauft. Aber auch dafür gibt es eine Alternative: der Machu Picchu Mountain.

Welche Alternativen gibt es zum Inka Trail?

Ende der schlechten Nachrichten. Auch ich habe mich erst in Cusco vor Ort um meinen Weg zu Machu Picchu gekümmert und es gibt genug Möglichkeiten zur berühmtesten Inkastätte zu kommen! Ich zähle dir die wichtigsten auf:

  • Machu Picchu mit dem Zug (ca. 160 US Dollar)
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    • Das geht als Tagestour oder als 2 Tages Tour.
    • Die Tagestour startet um 05:30 Uhr und du wirst per Zug nach Aguas Calientes gebracht. Von dort kannst du entweder per Bus oder zu Fuß auf Machu Picchu aufsteigen. Per Zug kannst du tagsüber eine ziemlich coole Aussicht ohne viel Anstrengung genießen.
    • Die 2 Tagestour bringt dich ebenfalls erst nach Aguas Calientes, allerdings schläfst du dort eine Nacht, und hast dann die Möglichkeit morgens sehr früh auf Machu Picchu aufzusteigen um den Sonnenaufgang zu sehen.
    • Bei beiden Möglichkeiten fährst du Abends wieder mit dem Zug nach Cusco zurück. 
  • Machu Picchu mit dem Auto (ca. 130 US Dollar)
    • Diese Tour ist recht ähnlich zu der Zugtour. Wieder sind ein oder zwei Tage möglich und du übernachtest ebenfalls in Aguas Calientes wenn du dich für die 2 Tage entscheidest. Per Zug geht die Fahrt allerdings schneller.
  • Salkantay Trek (ca. 250 US Dollar)
    • Kommen wir zu dem ersten mehrtägigen Trekking. Der Salkantay Trek ist dazu auch noch einer der anstrengenderen.
    • Dieser Weg ist bekannt für seine überwältigenden Panoramen während man Gebirgspässe überquert und an dem ca. 6.700 Meter hohen Berg Salkantay vorbeiwandert.
    • Danach führt er bergab durch Dschungel Klima bis nach Aguas Caliente.
    • Eine gute Alternative für ambitionierte Wanderer. Es geht die ersten zwei Tage schon richtig zur Sache und man sollte das nicht unterschätzen. Man bewegt sich auf über 4.000 Meter über dem Meeresspiegel.. da wird die Luft knapp.
    • Gut ist, dass man 6 kg einem Träger bzw. seinem Esel geben kann. Man trägt also nicht alles mit sich herum. 
  • Inka Jungle Trek (ca. 220 US Dollar)
    • Der Inka Jungle Trek soll für Leute sein, die nicht nur Trekking wollen, sondern etwas Abwechslung brauchen. Es ist Mountainbiking, Rafting und Zip Line dabei. WObei Rafting und Zip Line allerdings Zusatzaktivitäten sind und extra kosten.
    • Er dauert 4 Tage und ist weniger anstrengend im Vergleich zum Salkantay Trek da du über keine Höhenpässe kommst. Er führt nur im Dschungel entlang und endet genauso wie der Salkantay in Aguas Caliente.
Das sind die bekanntesten und meiner Meinung nach besten Alternativen. Wobei mit dem Zug bzw. mit dem Auto natürlich nichts mit Trekking zu tun haben. Der Salkantay und der Inka Jungle sind aber meiner Meinung nach gute Alternativen. Bei den Preisen gibt es auch hier natürlich wieder riesen Unterschieden zwischen den Anbietern. Du musst vergleichen und dann aus dem Bauch heraus entscheiden, bei welcher Agentur du dich am besten fühlst.

Wir haben uns übrigens für den Inka Jungle Trail entschieden. Du kannst also in meinem Bericht darüber nachlesen ;)

Montag, 6. Juli 2015

Reisebericht #13: Inka Jungle Trek zu Machu Picchu

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Wie schon im Reisebericht über Cusco angekündigt: Wir haben uns 4 Tage lang auf den Weg zu Machu Picchu gemacht. Weil der Inka Trail ausgebucht war haben wir und für den Inka Jungle Trek entschieden. Dieser führt immerhin wenige Kilometer über den originalen Inka Trail und ist durch Mountainbiking und Rafting ziemlich abwechslungsreich.

Unsere Machu Picchu Gruppe für 4 Tag

Tag 1

Der erste Tag beginnt recht früh. Um 06:00 Uhr wirst du morgens am Hostel abgeholt. Erste Station ist das gemeinsame Frühstück mit der Gruppe. Danach geht es ca. 3 Stunden per Bus zu dem Startpunkt für die Downhill Fahrradtour.

Aussicht vom Startpunkt unser Downhill Tour
Als Ausrüstung bekommst du einen Helm, Handschuhe, und eine Schutzweste mit Protektoren an Schultern, Armen und Rücken. Die Fahrräder sind für die Strecke recht ok. Vollgefedert aber für den Offroadbereich nicht wirklich zu gebrauchen.

Mit der Ausrüstung siehst du auf jeden Fall aus wie ein Profi
Die Abfahrt geht nur über asphaltierte Straße die teilweise zwar etwas nass ist aber ansonsten komplett eben. Man fällt also höchstens hin, wenn man nur die Hinterbremse zieht und einen das Hinterrad überholt.

Wer schon die Death Road in Bolivien gefahren ist, oder die noch vor sich hat.. Das ist eine langsamere Version von den ersten 20km der Death Road. Ich tippe mal, dass wir mit dem Guide auf ca. 40 km/h gekommen sind, bei der Death Road waren es über 70 km/h. Die letzten 20 Minuten lässt der Guide dann jeden so schnell fahren wie er will.

Am Ziel angekommen gibt es Lunch mit der Gruppe und anschließend gehen die Leute die das Rafting machen wollen dort hin und der Rest der Gruppe macht sich auf zur Unterkunft für die erste Nacht.

Für Essen ist auf jeden Fall ausreichend gesorgt
Wir hatten uns für das Rafting entschieden und es war auch gleichzeitig das erste mal, dass ich sowas gemacht  habe und bestimmt nicht das letzte mal. Es hat so Spaß gemacht! Erst hatten wir das Gefühl, dass es etwas langsam und langweilig wird.. aber dann sind wir durch Abschnitte auf dem Fluss gefahren, die Level 5 erreichen. Der maximale Level, den ein Fluss erreichen kann ist übrigens Level 6.

Anschließend sind auch wir zur Unterkunft gelaufen, es war ein 1 stündiger Weg durch den Dschungel. Die Unterkunft ist recht einfach. Kleine Holzhütten mit mehreren Betten aber völlig ausreichend. Du bist an solchen Tagen eh meistens so müde, dass dir das Bett, in dem du schläfst, fast egal ist.
Aussicht von unserer Unterkunft im Dschungel

Tag 2

Der zweite Tag ist alleine für Wandern reserviert. Wir hatten einen ca. 7 stündigen Weg vor uns, wobei es nur am Anfang des Weges steil bergauf ging. Wir sind von ca. 1.280 Höhenmeter auf 1.700 Meter über dem Meeresspiegel gelaufen und die gesamte Strecke ist ca. 13 km lang, also überschaubar. Der restliche Tag war komplett eben und wirklich anstrengend wird es nicht. Du kommst aber an unglaublichen Panoramen vorbei und läufst den halben Weg neben einem Fluss her. Diesen Fluss muss man irgendwann auch überqueren.. Dafür gibt es keine Brücke, sondern eine Seilbahn. Man sitzt mit 2 Personen in einem Korb und wird von 2 Männer an das andere Ufer gezogen.
Einige Kilometer sind wir über den originalen Inka Trail gelaufen
Am Ende des Fußmarsches gibt es dann die heißen Quellen. Ziemlich cool angelegt direkt an einem Berg und mit einer tollen Aussicht!

Unser Weg entlang an Steilwänden und Flüssen
Für das Abendessen ist man dann schon in Santa Teresa, einem etwas größeren Dorf mit einigen Bars, Restaurants und Hostels/Hotels. Unsere Unterkunft dort war in einem Hotel mit immer 3-4 Betten pro Zimmer und privater Dusche. Abendessen hatten wir in einem Restaurant im Ort.

Tag 3

In Santa Terasa kann man wieder eine Zusatzaktivität buchen. Für 20 Us Dollar kann man das Zip Line mitmachen. Kleiner Tipp: Wenn man die Zusatzaktivitäten im Voraus bei der Agentur bucht, zahlt man nur 20 US Dollar, wenn du dich erst während der Tour dazu entscheidest, zahlst du 30 US Dollar. Wir haben das allerdings nicht mitgemacht.

Der Weg nach Aquas Calientes führt uns an den Gleisen entlang
Der 3. Tag besteht dann wieder nur aus Laufen. Man wandert die Gleise entlang bis nach Aquas Calientes. Dem kleinen berühmten Dorf, von dem alle Machu Picchu besucher Morgens aufbrechen. Die Gleise führen durch den Dschungel und auch hier wieder an einem Fluss vorbei und man läuft direkt neben den Steilwänden, die knapp 1.000 Meter in die Höhe ragen. Von unterwegs kann man auch in weiter Ferne ein paar Mauern von Machu Picchu sehen. 

Die Mauern von Machu Picchu aus der Ferne
Aquas Calientes ist ein rein touristischer Ort und dementsprechend gibt es auch viele Restaurants, Hostels, Bars, Clubs etc.. Trotzdem ein ziemlich beeindruckender Ort, weil er komplett von Steilwänden umgeben ist. Egal in welche Richtung man schaut, dein Blick trifft immer auf ca. 1000 Meter hohe Wände.

Aquas Caliente, der Startpunkt für jeden Machu Picchu Besucher
Zum Abendessen treffen wir uns in einem Restaurant und dort bekommst du auch gleich dein Frühstückspaket für den nächsten Tag, denn dieser beginnt sehr früh. um 5 Uhr macht der Zugang zu am Fuß von Machu Picchu auf und um 6 die Tore zu Machu Picchu selbst. Gleichzeitg beginnt ein kleines Wettrennen.. ich berichte mehr darüber im nächsten Bericht denn Tag 4 verbringt man nur auf Machu Picchu!

Hier noch ein paar Infos zu unserer Tour:

Touranbieter: Conde Travel
Preis: 200 US Dollar für die Tour + 20 US Dollar für das Rafting + 5 US Dollar für Machu Picchu Mountain (der Berg neben Machu Picchu)
Der Preis beinhaltet kein Wasser bzw. sonstige Getränke (ca. 40 Soles), Eintritt heiße Quellen (5 Soles), Transport von den heißen Quellen zu Santa Teresa (5 Soles) und die Überquerung eines Flusses mit einem Seilzug (5 Soles). Du brauchst also noch etwas Geld zusätzlich.

Sonntag, 28. Juni 2015

Reisebericht #12: Cusco und wie schmeckt eigentlich Meerschweinchen?

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Von Copacabana in Bolivien nach Cusco in Peru dauert es ca. 11 Stunden mit dem Bus. Dabei überquert man die Grenze und muss sich áuf der bolivianischen Seite den Ausreisestempel geben lassen und auf der peruanischen Seite einen neuen Einreisestempel.

Wir haben uns diesmal gegen den Nachtbus entschieden, was absoluter Quatsch war. Grund dafür war, dass wir uns mehrmals anhören mussten wir gefährlich der Grenzübergang Nachts sein soll und die Erzähler hatten sich so unwohl gefühlt. Passiert ist allerdings nie etwas.. Zur Sicherheit in Südamerika kannst du auch mal hier nachlesen: In Südamerika wirst du auf jeden fall ausgeraubt!

Also gut, wir wollten kein unnötiges Risiko eingehen und haben die Grenze am Tag überquert. Es war die nervigste Busfahrt, die wir bis jetzt hatten. In Nachtbussen kann man in der Regel recht gut schlafen. Zwar nicht so gut wie in einem Bett, das ist klar, aber mindestens 2/3 der Fahrtzeit verbringe ich schlafend. Nicht im Tagesbus, hier schläfst du vielleicht 2 Stunden und dann merkst du erst wie anstrengend so ein Bus sein kann.

Nach 11 Stunden sind wir endlich in Cusco angekommen. Das erstbeste Taxi geschnappt und zu unserem Hostel gefahren. Wir haben uns für das Dragonfly Hostel entschieden. Das liegt ziemlich zentral und kostet pro Nacht 30 Soles (ca. 8,50 €) im 9er Schlafsaal.

Blick auf Cusco von oben
Wir sind im Dunklen angekommen, aber wir konnten schon sehen, dass Cusco komplett anders aussieht, als zum Beispiel La Paz oder Copacabana. Cusco ist die Stadt, von der aus man zu Machu Picchu kommt. Die Stadt hat also nicht gerade wenig Einnahmen aus Tourismus. So sauber und aufgerümt sieht es auch aus. Außerdem gehört sie seit 1983 zum ENESCO Weltkulturerbe und hat als ehemalige Hauptstadt der Inkas eine ziemlich beeindruckende Geschichte. Es gibt auch unzählige Kirchen und Kathedralen in Cusco, die Spanier haben bei der Eroberung ganze Arbeit geleistet.

Eine der vielen Kathedralen in Cusco


Jesustatur in Cusco
Die Geschichte Cuscos und der Inkas lässt man sich am besten auf der Free Walking Tour von Marco erzählen. Er studiert Geschichte und kann dir alle Fragen beantworten. Sie startet täglich um 10:00 und um 14:00 Uhr am Hauptplatz. Die Bewertungen auf tripadvisor sagen alles: tripadvisor.de

Marco bei der Free Walking Tour in Cusco
Wie gesagt, in Cusco ist Tourismus Einnahmequelle Nr. 1 und so kann man sich einfach mal an den Hauptplatz setzen und sich von den ganzen Straßenverkäufern bequatschen lassen. Es gibt nichts, was man nicht angeboten bekommt und die Geschichten die dabei erzählt werden sind auch nicht schlecht. Man sollte allerdings nicht alles glauben ;)

Goldene Inkastatur auf dem Main Plaza
Ein kleiner Tipp ist übrigens auch, im Juni nach Peru zu reisen. Auch in Bolivien sind in diesem Monat die meisten Feste und so war auch in Cusco eine Parade auf der Straße. Nicht nur an einem Tag, den ganzen Monat durch gibt es immer wieder Feiern in den Städten. Ein Grund dafür ist der 21. Juni. Das ist in Peru der kürzeste Tag mit der längsten Nacht. Warum wird das gefeiert? Die Inkas wussten, ohne Sonne können sie nicht leben und sie dachten, dass sich die Sonne von der Erde wegbewegt. Darum feierten sie an dem kürzesten Tag im Jahr ihr größtes Fest, um die Sonne zum wiederkommen zu bewegen. Das klappt bis heute ganz gut ;)

Straßenfest in Cusco

Wie schmeckt eigentlich Meerschweinchen?

Da Cusco für uns die erste Stadt in Peru war, wollten wir natürlich auch die Landesspezialität probieren: Meerschweinchen. Bevor mich jetzt alle Meerscheinchenliebhaber hassen: In Peru ist Meerschweinchen tatsächlich ein ganz normales Nahrungsmittel und es werden im Jahr knapp 65 Millionen davon gegessen. Bei Straßenfesten kann man es an jeder Ecke sehen und kaufen. Das sogenannte Cuy bzw. auf Englisch guinea pig kann man in allen Restaurants bekommen, die traditionelle peruanische Küche anbieten. Man wartet ca. eine Stunde darauf und was man dann serviert bekommt, sieht erst sehr ungewöhnlich aus. Es ist wirklich das komplette Meerschweinchen.. also mit Kopf, Beinen usw. "For picture, for picture" sagte der Kellner, hat es dann wieder mitgenommen und es uns in 4 Teile geschnitten, diesmal ohne Kopf. Viel dran ist an so einem Meerschweinchen nicht und der Geschmack lässt sich auch erst nicht wirklich definieren. Wir haben vorher gelesen, dass es nach Hühnchen schmecken soll.. das stimmt aber nicht. Es ist viel würziger als Huhn und etwas dunkler. Als Beilage gibt es Kartoffeln und mit Hackfleisch gefüllte Kroketten. Eine Portion reicht für 2 Personen. Es ist mal interessant es zu probieren, aber ich muss sagen, dass ich es in Deutschland bestimmt nicht vermissen werde, so umgehauen hat es mich dann doch nicht.

Nächste Station: Machu Picchu!

Unsere große Aufgabe in Cusco war es, den perfekten Weg zu der berühmten Inkastätte Machu Picchu zu finden. Es gibt neben dem berühmten Inka Trail, der sowieso mehrere Monate zuvor ausgebucht ist, noch sehr gute Alternativen. Nach langem überlegen haben wir uns für den Inka Jungle Trek entschieden. Dieser ist eine Mischung aus Downhill Biking, Wandern, Rafting und wer will, kann auch noch Zip Line mitmachen. Es ist also im Vergleich zu den anderen Alternativen kein reines Trekking, sondern ist mit viel Abwechslung ausgestattet. Insgesamt hat es 4 Tage und 3 Nächte gedauert, bis wir endlich auf Machu Picchu standen und ziemlich beeindruckt waren!

In den nächsten Berichten geht es also um unseren Weg zu Machu Picchu und der Inkastätte selbst ;) Bis dann!

Warst du schon in Peru und hast Meerschweinchen probiert? Hat es geschmeckt oder kannst du dir nicht vorstellen, Meerschweinchen zu essen? Lass einen Kommentar da! ;)

Donnerstag, 18. Juni 2015

Reisebericht #11: Yungas Straße aka. Death Road | Bolivien

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Die Yungas Straße in Bolivien war bis 2006 die einzigste Verbindungsstraße zwischen La Paz und dem Norden von Bolivien. Sie trägt auch den namen Death Road und ist als gefährlichste Straße der Welt bekannt. Grund dafür ist, dass die Breite der Straße an manchen Stellen nur 3 Meter beträgt, und neben Motorrädern und Autos auch Busse und LKWs die Straße nutzten. Dabei gilt immer die Regel, wer bergauf fährt hat Vorfahrt. Somit muss derjenige, der von oben kommt nach links ausweichen.. und links ist so eine Sache denn es gibt keine Leitblanke oder sonstiges. Kommst du zu weit nach links, hast du nur noch einen bis zu mehreren hundert Meter tiefen Abgrund vor dir.

Schild am Anfang der Death Road

Wikipedia beschreibt die Gefährlichkeit der Straße so:

"Die einspurige Straße führt zumeist ohne Leitplanke an steilen Abhängen entlang. Sie ist daher sehr gefählrich, außerordentlich schwierig und nur unter großer Gefahr zu passieren. Darüber hinaus sorgen Regen und Nebel sowie matschiger, morastartiger Untergrund häufig für einen schlechten Straßenzustand und geringe Sichtweiten. Mit Steinschlag oder Erdrutschen aufgrund von starken Erosionen ist jederzeit zu rechnen. Ein Unglück vom 24. Juli 1983, bei dem ein Bus ins Schleudern geriet, in eine Schlucht stürzte und die 100 Insassen in den Tod riss, gilt als Boliviens schlimmster Verkehrsunfall. Einer chätzung zu folge starben jährlich 200 bis 300 Reisende auf der Straße. Zahlreiche Kreuze am Straßenrand markieren die Unfallstellen. Im Jahre 1995 wurde die Yungas-Straße von der Interamerikanischen Entwicklungsbank zur gefährlichsten Straße der Welt ernannt. Seit den 1990er Jahren ist die Yungas-Straße aber gerade wegen ihrer Gefährlichkeit ein beliebtes Touristenziel. Vor allem Mountainbiker schätzen sie als Route zum Downhill-Biking."

Der Blick auf die Death Road ist beeindruckend/beängstigend

Seit 2006 gibt es eine besser ausgebaute Straße, die auch von den meisten genutzt wird. Allerdings liegen entlang der Death Road noch einzelne Dörfer die versorgt werden müssen. Es fahren also noch LKWs, Busse, Autos und Motorräder die Straße entlang und seit einigen Jahren haben sich auch Fahrräder dazugesellt.

Wenn man selbst Mountainbike fährt und etwas ambitioniert ist, hat  man von der Yungas Straße sicherlich schon gehört. Sie gehört für mich persönlich zu den Top 5 Strecken, die man mal abgefahren sein sollte. Immerhin geht es Nonstop von 4.650 auf 1.200 Höhenmeter runter und das mit vielen Serpentinen und steilen Berghängen. Zusätzlich fährst du durch alle Klimazonen Südamerikas. Oben ist es arschkalt und unten erwartet dich Dschungelklima. Zusammen mit der Aussicht und dem Adrenalin, weil es links ja nur noch bergab geht, ist es die perfekte Abfahrt.

Gute Downhill Bikes sind Grundvoraussetzung

Jetzt ist die Frage, wie gefährlich das Ganze wirklich ist. Naja, das kommt darauf an wie viel Erfahrung man mit Downhill hat, wie sehr man dazu neigt sich selbst zu überschätzen und wie schnell man fährt.

Eine Gruppe ist immer so aufgebaut: Vorne fährt der erste Guide der die Strecke in full speed abfährt, ihm folgen die ebenfalls schnellen Fahrer. Danach kommt das Mittelfeld, also unerfahrene Biker die ein mittleres Tempo fahren und etwas von der Aussicht mitbekommen wollen und nach ihnen die langsamen Fahrer hinter denen immer der letzte Guide fährt, damit keiner verloren geht. Die 3.450 Höhenmeter verteilen sich auch 64 km. Auf dieser Strecke gibt es 18 Stops, bei denen die gesamte Gruppe wieder zusammenkommt. Der Guide erklärt den nächsten Streckenabschnitt mit seinen besonderen Hindernissen und Kurven und dann geht es weiter.

Wer mich ein bisschen kennt weiß, dass ich schon seit längerem Mountainbike fahre. Für mich war es das Beste immer hinter dem ersten Guide zu fahren. Dieser fährt die Ideallinie und wenn man dieser folgt, fährt man estens recht sicher und zweiten hat man die Chance den ein oder anderen Sprung mitzunehmen. Aber wie gesagt, ich habe etwas Erfahrung.. ein anderer Fahrer der fast noch nie auf einem Mountainbike saß, sich aber etwas überschätzt hat, wollte uns genauso schnell folgen und hat sich bei einem Sprung etwas verschätzt. Es ist zwar nicht groß was passiert, aber einen Meter weiter links und er wäre über die Klippe geflogen.

Man sollte nicht zu nah an die linke Kante kommen!

Das predigen die Guides auch bei jedem Stop, fahre immer so schnell wie du dich noch sicher fühlst. Merkst du, dass du kurz die Kontrolle verlierst, bremse etwas ab und fahre langsamer. Eigentlich einfach, trotzdem erzählen die Guides auch von Unfällen und wie Touristen über die Klippe geflogen sind. Beide Guides haben das schon miterlebt, es ist also nicht unrealistisch das was passiert. Das sieht man auch selbst, wenn man man über die Klippe schaut. Trotzdem, hält man sich an die Regeln macht es einfach nur unglaublichen Spaß!

Alkohol für Patchamama (Mutter Erde) damit sie uns auf der Death Road beschützt

Für mich war es auf jeden Fall eins der Highlights nach 2 Monaten Weltreise. Wir haben für unsere Abfahrt den Anbieter Barracuda gewählt. Dieser ist mit 500 Bolivianos (ca. 65 €) zwar nicht der günstigste, aber dafür hast du gute Fahrräder. Diese sind von der Marke Kona und speziell für Downhill ausgerüstet. Das heißt vollgefedert mit großen Federwegen, die Kette ist vor dem Herausspringen gesichert und die Rahmengeometrie ist perfekt. Diese Fahrräder braucht man auch, denn auf der Strecke liegen große Steine (sogenannte Babyheads, weil sie so groß wie Babyköpfe sind) und es gibt viele Unebenheiten, die man mit einem einfachen Mountainbike, ohne viel Erfahrung und der richtigen Fahrtechnik, nicht schaffen kann. Es gibt Guides die mit Hardtails (Federung nur vorne) fahren.. und nicht gerade langsam.

Die Abfahrt beginnt an einem See. Man hat 20 km Asphaltstraße vor sich. Dabei erreicht man knapp 70 km/h wenn man sich auf dem Fahrrad klein macht und die Finger von den Bremsen lässt. Von der Geschwindigkeit merkt man nicht viel, erst wenn man in Kurven kommt und man Autos auf der Straße überholt. nach den 20 km fährt man mit dem Bus ca. 8 km bergauf. Klar, man kann die auch mit dem Fahrrad fahren aber bei der Höhe geht dir schnell die Puste aus.

Am Anfang lag alles im Nebel.. Macht es nicht weniger beängstigend

Dann kommt man an den Anfang der Death Road. Alles liegt im Nebel und man sieht erstmal nur die Strecke vor sich. Ab jetzt heißt es volle Konzentration auf die nächsten 20 - 30 Meter vor dir und an folgende Regeln halten:
  • Am besten fährst du auf der linken Reifenspur, die von den Autos, LKWs usw. platt gefahren wurde. Dort liegt am wenigsten Schotter und Steine durch die du die Kontrolle verlieren kannst.
  • Es gilt auch für Fahrradfahrer die Regel: Kommt dir was entgegen, musst du dich links halten. Deshalb vor allem in den Kurven gleich links bleiben sonst knallst du einfach an das entgegenkommende Fahrzeug bzw. kannst nicht mehr kontrolliert nach links ausweichen und die Klippe kommt dir ungemütlich nahe.
  • Nutze die Federung deines Fahrrades und strecke die Ellbogen und Knie nicht durch, so kannst du noch zusätzlich Stöße abfedern. Die Strecke ist durch Wasser teilweise sehr uneben aber die Fahrräder schaffen das, wenn du etwas Tempo drauf hast und den Lenker stabil hältst.
  • Vor den Kurven abbremsen, nicht in den Kurven und die Bremsen immer langsam betätigen. Benutze auch die Vorderbremse denn hier erreichst du mehr Bremskraft und dein Hinterreifen kann ausbrechen konzentrierst du dich nur auf die  hintere Bremse.
  • Musst du stark bremsen geh mit dem Arsch hinter den Sattel um möglichst viel Gewicht auf den Hinterreifen zu bekommen. So verhinderst du, dass du über den Lenker fliegst und einen Salto machst. 
  • Wichtigste Regel: Überschätze dich bloß nicht. Das geht schneller als man denkt, denn sobald man Vertrauen in das Fahrrad hat und das mit dem Adrenalin und der Gruppendynamik kombiniert wird, fährt man oft schneller als man es sonst machen würde. Erinnere dich selbst daran wo du gerade bist und was da links von der Straße so ist.. nämlich nichts.
Klassisches Gruppenbild an der Klippe

Ansonsten ist die die Strecke "eigentlich" nicht weiter anspruchsvoll. Erfahrene Fahrer, die auch schon andere Trails gefahren sind, vor allem Single Trails, wissen, dass es wesentlich anspruchsvollere Strecken gibt. Wir reden hier immerhin von einer Streckenbreite von mindesten 3 Metern. In Deutschland nennen wir sowas Waldautobahn.

Wenn du Vertrauen in dein Fahrrad gewonnen hast und gemerkt hast, wie leicht es durch Schlaglöcher usw. fährt, macht es einfach nur unfassbar Spaß. Du bekommst Wasser, einen Snack auf halber Strecke und ein Brötchen am Morgen von deinen Guides. Nach der Fahrt gibt es Lunch und der Bus fährt während der Abfahrt immer hinter der Gruppe, du kannst also deine Sachen im Bus lassen und unterwegs Kleidung wechseln usw. alles easy.

Die Guides machen Fotos und Videos während der Tour. Alle Fotos die du hier siehst, sind also von Barracuda ;)



Bist du schon die Death Road in Bolivien abgefahren, oder kennst du sogar eine noch bessere Strecke? Lass einen Kommentar da ;)